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    Review: Patti Smith – M Train: Erinnerungen

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    Review: Patti Smith – M Train: Erinnerungen

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    patti smith m trainDie Punkheldin lädt in ihre Welt. Grandios.

    Patti Smith ist eine Poetin. Wortmächtig, mitfühlend, unangepasst. Das hat sie uns mit ihren Songs bewiesen und das beweist sie nun mit ihren Erinnerungen. Smith lädt uns ein in ihr Leben in New York. Sie lässt uns teilhaben an den Querelen einer Schrei berexistenz – wenn man mal einfach nichts zu Papier bringt und dann die Gedanken wieder schneller sind als der Stift. Wir erfahren, dass Smith Kaffee liebt, nicht einfach nur mag, dass sie ihn liebt, dass sie täglich Stunden in ihrem Stammcafé verbringt. Sie nimmt uns mit auf ihre Reisen, nach Berlin, wo sie in einem magi­schen Moment am Grab von Bertolt Brecht das Lied der Mutter Courage singt, ins vom Tsunami verwüstete Japan, nach Mexiko, London. Ihre Reisen sind ihr ein Tor zur Welt – das andere ist die Kunst, die Musik, die Fotografie und vor allem: die Literatur. Es wimmelt von Verweisen auf die Beat Generation, auf den Franzö­sischen Symbolismus, auf Genet, Burroughs, Witt­genstein. Zwischen den Zeilen sind dabei immer Smiths unbändige Sehnsucht nach Leben und eine grenzenlose Menschenliebe zu spüren. Eine anhaltende Liebe auch zu ihrem verstorbenen Ehemann Fred „Sonic“ Smith, den sie immer wieder aufleben lässt. Und dann sind da noch Smiths wunderbare selbstgeknipste Polaroids. Und die­ser rätselhafte Cowboy, der ihr immer im Traum erscheint. Und, und, und. Unmöglich, das alles hier wieder­zugeben. „Kennt der Leser mich denn?“, fragt Smith ohne Koketterie. „Und will er das überhaupt? Ich kann es nur hoffen, während ich ihm meine Welt auf einem Tablett voller Anspielungen darbiete.“ Und wie wir das wollen!

    M Train: Erinnerungen
    VON PATTI SMITH
    KIEPENHEUER & WITSCH
    10/10

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