Review: Okta Logue – RUNWAY MARKINGS

Neuanfang mit Stil

Der Vorgänger DIAMONDS AND DES­PAIR begann mit ›Pitch Black Dark‹, jetzt geht es mit ›Devil’s Dance‹ los. Beide Songs muten im ersten Moment düster an, aber eines ist am Ende klar: Einen Pakt mit dem Teufel hat die Griesheimer Band nicht geschlossen. Sie lässt nach dem Label-Wechsel erkennen, dass sie nicht von Hysterie oder Paranoia geplagt ist. Sie schaltet auf Tagtraum um, lässt sich treiben und verfällt dem Psychedelic-Rock. Die Einflüsse sind eindeutig. Oasis haben es ihnen nach wie vor angetan, in ›River Street‹ sind Dire Straits ein Thema und im Titelsong spielen wie bei Pink Floyd außerirdische Assoziationen hinein. Okta Logue drücken aber nie die Wiederholungstaste, das zeigt sich besonders ab der Mitte des Albums. Da wird es schon mal temperamentvoll (›In Every Stream Home A Heartache‹), fällt Saxofon-Spiel auf (›The Wheel‹) und wird der Hauptschauplatz von der Westcoast nach Britannien ins Reich der Beatles und Hollies verlegt (›Julie‹ und ›Signals & Signs‹). Die wechselnden Nuancen sind wichtig. Sie sorgen dafür, dass man den Trip von Okta Logue auch jetzt wieder mit Interesse verfolgt. Bei ihnen erschlafft nichts. Sie bleiben auf ihrer Schneise eine der klar besten neueren deutschen Bands.

7 von 10

Okta Logue
RUNWAY MARKINGS
CLOUDS HILL/WARNER

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