Review: Marillion – MISPLACED CHILDHOOD

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Review: Marillion – MISPLACED CHILDHOOD

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misplaced childhoodNeo-Prog-Meisterwerk mit Live-Extras und neuem Mix von Steven Wilson.

Das Besondere an Marillions MISPLACED CHILDHOOD war sein Erfolg in ganz verschiedenen Lagern. Das Album führte den Prog zurück in die Singles-Charts, die Videos zu ›Kayleigh‹ und ›Laven­der‹ liefen auf MTV, einige öffentlich-rechtliche Nachtprogramme wagten sich sogar an die längeren Songsuiten. Doch der Band ge­­lang noch eine viel größere Sensation, sie brachte den Prog einer neuen Generation von Punk- und Indie-Kids bei, die in diesen Ge­­schichten über die Ambivalenz der Kindheit genau den Stoff fanden, den sie für ihre eigenen Lärmsongs benötigten.

Zwar hatte sich die Hardcore-Band Fugazi ihren Namen eher nicht nach Marillions zweiten Album FUGAZI gegeben (auch wenn es kein Beweis gibt, dass dies nicht doch so war), doch tauchten Mitte der 80er-Jahre viele Gitarrenbands auf, die das versponnen-hymnische Element von Marillion mit Punk- und Lärm vereinten, was MISPLACED CHILDHOOD nicht nur zur kommerziell erfolgreichsten, sondern auch einflussreichsten Platte der Neo-Progger macht.

Ohne besonderen Anlass erscheint nun eine Deluxe-Variante der Platte, der andauernde Selfmade-Erfolg von Marillion war für die Plattenfirma offenbar Motiv genug. Für den neuen Mix des Albums ist Progmeister Steven Wilson verantwortlich, nicht nur Fan der Band, sondern absoluter Klangperfektionist. Er hat seinen Job glänzend gemacht, die Musik funkelt mehr denn je, das leicht Muffige des 80s-Sounds ist verschwunden. Als Bonus gibt es bei beiden Versionen (4 CDs und eine Blu-ray sowie 4 LPs) einen Konzertmitschnitt aus dem Jahr 1985 mit MISPLACED CHILDHOOD in Gänze und ein paar älteren Tracks. Die CD/Blu-ray-Box enthält zudem einen Mix im 5.1 Surround Sound sowie eine einstündige Doku. Die muss man nicht gesehen haben, aber die echten Fans wird das Material erfreuen.

8/10

Marillion
MISPLACED CHILDHOOD
DELUXE EDITION
WARNER

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