Review: Judy Dyble & Andy Lewis – SUMMER DANCING

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Review: Judy Dyble & Andy Lewis – SUMMER DANCING

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Gelungener Space-Folk-Pop einer Künstlerin, mit der fast niemand mehr rechnete.

Was für eine erstaunliche Bio­grafie: Judy Dyble war die erste Sängerin von Fairport Convention, nahm mit Giles, Giles & Fripp einige Songs auf, bevor sie zu King Crimson mutierten und veröffentlichte ein Album mit der kurzlebigen Band Trader Horne. Doch bereits 1973 kehrte sie dem Musikbusiness den Rücken, arbeitete fortan als Bibliothekarin. Alles deutete demnach auf eine Kurzzeitkarriere hin, bestenfalls ausgeschmückt durch einen Le­­gendenstatus der Sorte Vashti Bunyan oder Sixto Rodriguez. 2004, im zarten Alter von 55 Jahren, wollte sie es allerdings nochmal wissen, seitdem entstanden diverse Alben – zunächst mit überschaubarer Resonanz, doch TALKING WITH STRANGERS, 2009 aufgenommen mit Kollegen wie Robert Fripp, Simon Nicol und Pat Mastelotto, servierte feinen Folk-Prog. Mit Andy Lewis, Produzent und ehemals Bassist bei Paul Weller, fand sie nun einen Bruder im Geiste und lädt zum SUMMER DANCING: 14 Stücke, erneut oszillierend zwischen Folk-Pop, Psy­che­delic und Prog der zugänglichen Sorte. Das großartige ›A Message‹ fügt dem Ganzen noch einen deutlichen Trip-Hop-Aspekt hinzu, bei ›Night Of A Thousand Hours‹ flirrt und wabert es bewusstseinserweiternd, bevor ein elegantes Jazz-Piano nächtliche Bar-Atmosphäre verströmt. Ebenfalls sehr gelungen ist ›Such Fragile Things‹, das – natürlich abgesehen vom Gesang – wie ein verschollener Track von Pink Floyds A SAUCERFUL OF SECRETS klingt. SUMMER DANCING ist ein sanftes Werk, bisweilen ro­­mantisch, erfreulicherweise nur sehr selten ein bisschen zu süß, aber dafür stets auch ein wenig mysteriös. Judy Dybles Songs und ihre Stimme überzeugen, Andy Lewis‘ spacige Pro­duktion, tief verwurzelt in britischer Psychedelic gegen Ende der 60er-Jahre, sorgt für das nötige Ambiente.
7/10
Uwe Schleifenbaum

Judy Dyble & Andy Lewis
SUMMER DANCING
ACID JAZZ/PIAS

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