Review: Various Artists – JOHNNY CASH: FOREVER WORDS

Johnny Cash Forever Words

Das Vermächtnis strahlt hell.

Für seine AMERICAN RECORDINGS hatte sich Johnny Cash in den letzten Jahren seines Lebens noch einmal neu erfunden und sich all den universellen Wahrheiten, die ihn von jeher umtrieben, mit den Songs anderer aus oft ungewohnten Perspektiven genähert. Ganz ähnlich funktioniert nun auch FOREVER WORDS, auf dem Hochkaräter wie Kris Kristofferson, Willie Nelson, Roseanne Cash, Carlene Carter, Jewel, The Jayhawks oder Brad Paisley Gedichte, Geschichten und Briefe aus dem Nachlass des Man In Black vertonen. Her­ausragend sind die dabei entstandenen Songs immer dann, wenn die Künstler jenseits des oft ko­­pierten und nie erreichten 50er-Jahre-Markenzeichensounds des überlebensgroßen Vorbilds Inspira­tion aus der Kraft seiner Worte ziehen und seinen Geist in ihre eigene musikalische Welt mitnehmen. Chris Cornell etwa lässt in seinem herzzerreißend rau-emotionalen ›You Never Knew My Mind‹ Cashs berühmtes Soundgarden-Cover ›Rusty Cage‹ widerhallen, Bluegrass-Gigantin Alison Krauss greift bei ›The Captain’s Daughter‹ behutsam und organisch musikalische Eigenheiten Cashs auf, ohne ihre eigene Handschrift aufzugeben, und das frisch verheiratete Country-Traumpaar Ruston Kelly und Kacey Musgraves braucht für ›To June This Morning‹ kaum mehr als zwei Stimmen und ein Banjo, um Cashs innige Liebe zu seiner Frau einzufangen. So und nicht anders sollte gelungene Nachlassver­waltung klingen!

8/10

Various Artists
JOHNNY CASH FOREVER WORDS
LEGACY RECORDINGS/SONY

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