Review: God Is An Astronaut – GHOST TAPES #10

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Review: God Is An Astronaut – GHOST TAPES #10

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Große Lieder ohne Worte

Wirklich hoffnungsfroh klangen God Is An Astronaut schon auf ihrem gebeutelten Vorgänger EPITAPH (2018) nicht. Die letzten drei Jahre haben den Sound der Instrumental-Iren aber noch mal eine Spur ahnungsvoller und dunkler gemacht. Daran ist, klar, auch das verkorkste Jahr 2020 Schuld, dennoch ist GHOST TAPES #10 zum Glück kein Corona-Album. Vielmehr streben God Is An Astronaut mit ihrem dräuenden, klaustrophobischen, mal massiven und mal ätherischen Instrumental-Rock immer noch nach dem ganz großen Stummfilm im Kopf. Benannt nach einer US-Operation im Vietnamkrieg, erschüttern uns die musikalischen Bilder, um uns im nächsten Moment auf einem Eiland der Schönheit inmitten einer tosenden See auszusetzen – ein Narrativ, das Nerven kostet, aber reich belohnt.

Ohne Wirkung blieb der vielschichtige Instrumental-Rock dieser besonderen Band schon in den letzten Jahren nicht. Mit einem uns alle verbindenden Jahr wie 2020 im Rücken entfaltet GHOST TAPES #10 aber noch mal eine ganz besondere Intensität, die von sengender Härte über wogende Harmonien führt, von einem Tal der Schatten hin zu einem diffusen Licht. Es wird sich nur noch zeigen müssen, ob es nicht doch nur ein entgegenkommender Zug ist.

8 von 10 Punkten

God Is An Astronaut, GHOST TAPES #10,

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