Review: Giant Sand – RECOUNTING THE BALLADS OF THIN LINE MEN

Giant Sand Recounting The Ballads

Neuaufnahme, die Zweite

„I can’t stop workin’ cause I like to work“, sang Neil Young vor einigen Jahren. Das trifft genauso auf ihn selbst zu wie auf den Mann, dessen Band von Beginn an mit ihm verglichen wurde: Howe Gelb. Der veröffentlicht verlässlich Soloalbum auf Soloalbum – und widmet sich dazwischen seiner Stammgruppe, den Wüstenrock-Königen Giant Sand. RETURNS TO VALLEY OF RAIN war vergangenes Jahr eine Rückkehr zur Debüt-LP von 1985, jetzt ist der Nachfolger mit dem auf Bob Dylan verweisenden Titel BALLAD OF A THIN LINE MAN von 1986 dran. Zusammen mit Tommy Larkins und Thøger Lund hat Gelb die Sogs von damals neu aufgenommen – und einige Änderungen an der Tracklist vorgenommen. Das ehemalige Bonusstück ›Reptillian‹ steht jetzt am Anfang, die verwegen-jazzige Klavierballade ›Last Legs‹ ist weggefallen, dafür ist das charmante Lo-Fi-Geschrammel von ›Tantamount‹ dazugekommen.

Ansonsten wurde die Reihenfolge durcheinandergewürfelt. Was den Sound betrifft: Der ist auf RECOUNTING THE BALLADS OF THIN LINE MEN, wie schon bei der Neuaufnahme des Debüts, unmittelbarer, mehr in Richtung Garagenrock und ungestümer als bei der ersten Version. Die damals akustischen Songs werden jetzt von Getrommel und dezenter E-Gitarre begleitet, ein schöner Kontrast zu den grellen Gitarrensoli und dem Feedbacklärm, die sich sonst hier finden. Mehr als 30 Jahre älter als in den 80ern klingen Giant Sand jedenfalls nicht. Ein bisschen schade ist, dass das energische Cover von ›All Along The Watchtower‹ gestrichen wurde.

7/10

Giant Sand
RECOUNTING THE BALLADS
OF THIN LINE MEN
FIRE RECORDS/CARGO

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