Review: Elvis Presley – WHERE NO ONE STANDS ALONE

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Review: Elvis Presley – WHERE NO ONE STANDS ALONE

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Elvis PresleyGospel-Klassiker, bis auf den Gesang neu aufgenommen.

Gospel war die Musik, die Elvis quasi mit der Muttermilch aufsog. „Er wurde derart zu einem Teil meines Lebens, dass er so natürlich für mich war wie Tanzen“, sagte Presley einmal. Er sang ihn zu Hause, vor Freunden, vor der Familie, zum Auf­­wärmen vor Konzerten – und er nahm mehrere Platten mit Gospel-Songs auf, darunter PEACE IN THE VALLEY und sein CHRISTMAS ALBUM. In seiner Interpreta­tions-Kunst nahm er es mit Aretha Franklin oder Sam Cooke auf. Mit WHERE NO ONE STANDS ALONE hat sich jetzt ein Team um Presley-Tochter Lisa Marie daran gemacht, Elvis’ religiöse Seite zu würdigen. Doch aufgepasst, die Stücke wie ›I’ve Got Confidence‹, ›Saved‹ oder ›Crying In The Chapel‹ finden sich nicht in den Original-Fassungen, nein, Instrumente und Ba­­cking-Gesang wurden neu aufgenommen. Und um es vorwegzunehmen: Es ist kein Reinfall wie die jüngsten Best-Of-Alben mit dem Royal Philharmonic Orchestra. Die große Darlene Love ist als Begleitsängerin dabei, ebenso Mitglieder der Imperials und der Four Stamps, die seinerzeit mit Presley sangen. Die neu eingespielten Arrangements kommen ohne zwanghafte Moderni­sierungen aus, sie sind klarer, teils temperamentvoller und frischer als die Originale. Aber: Auch der Kitsch­faktor steigt bisweilen, besonders schlimm im als emotionalen Höhepunkt angelegten Titelsong mit Vocals von Lisa Marie – die leider so gar nicht das Ge­­sangs­talent ihres Vaters geerbt hat. Was insgesamt fehlt: Das Monumentale, der Hall, die Patina, das Schlichte, Große und Zeitlose der alten Aufnahmen (was als Kri­tik natürlich auch wieder irgendwie vorhersehbar ist). Elvis selbst ist freilich unantastbar.

7 von 10 Punkten

Elvis Presley
WHERE NO ONE STANDS ALONE
RCA/Sony

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