Review: Chicago – VI DECADES LIVE: THIS IS WHAT WE DO

-

Review: Chicago – VI DECADES LIVE: THIS IS WHAT WE DO

- Advertisment -

Chicago VI Decades Live This Is What We Can Do

Vom Jazz-Rock zum Mainstream-Pop: geballte Live-Power von 1969 bis 2014.

Nicht kleckern, sondern klotzen – und das natürlich in gleich mehrfacher Hinsicht – lautete stets die Devise beim 1967 ge­­gründeten, von James William Guercio produzierten und nach seiner Heimatstadt benannten Ensemble: Sowohl das Debütalbum CHICAGO TRANSIT AUTHORITY (1969) als auch CHICAGO (1970) und CHICA­GO III (1971) empfahlen sich jeweils als Dop­pel-LPs, der Konzertmitschnitt CHICAGO AT CARNEGIE HALL (1971) füllte gar acht Vinyl-Seiten. Da verwundert es kaum, dass sich das mit bislang unveröffentlichtem Live-Material gefüllte und 24-seitigem Booklet ausgestattete VI DECADES LIVE: THIS IS WHAT WE DO über vier CDs und eine DVD verteilt.

Über die beiden ersten CDs breiten sich sämtliche zehn beim Isle Of Wight Festival 1970 aufgezeichneten Tracks aus. In jener Ära zählte die Truppe mit Peter Cetera (Bass, Gesang), Terry Kath (Gitarre, Gesang), Robert Lamm (Keyboards, Gesang), Danny Seraphine (Schlagzeug), Lee Loughnane (Trompete), James Pankow (Posau­ne) und Walter Parazaider (Saxofon, Flöte, Klarinette) zweifellos zu den Jazz-Rock-Inno­vatoren im progressiven Underground-Flügel. Epische Songs mit langen Instrumentalteilen, aber auch ohrwurmigen Hooks wie ›25 Or 6 To 4‹ oder die von der Spencer Davis Group ge­­borgte Rhythmusorgie ›I’m A Man‹ galten als ihr Markenzeichen. Auf dritter Disc vereinen sich Aufzeichnungen von 1969 aus Paris, 1971 in Washington DC, 1972 in Sydney, 1973 beim Heimspiel und 1977 in Oakland. Bei letztgenanntem Auftritt machten Chicago mit dem sanften Charthit ›If You Leave Me Now‹ längst Konzessionen an den Mainstream-Pop.

Nach dem tragisch frühem Tod von Kath, der sich 1978 eine Kugel in den Kopf schoss, blieb nichts mehr wie es war, wie weitere zehn Aufnahmen in nunmehr immer wieder wechselnden Beset­zungen von 1978 bis 2014 veranschaulichen. Einen echten Leckerbissen hält hingegen die DVD in Ton und Bild bereit: Zum einen den kompletten Auftritt (19 Tracks in zwei Stunden) im WDR Rockpalast vom 12. Februar 1977 in der Essener Grugahalle, der auch noch ergänzt wird um eine Bonus-Perfor­mance: ›What’s This World Comin‘ To‹ aus dem 73er-ABC-TV-Special „Chicago In The Rockies“.

8/10

Chicago
VI DECADES LIVE: THIS IS WHAT WE DO
RHINO/WARNER

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Bay City Rollers: Les McKeown ist tot

Mit den Bay City Rollers feierte Les McKeown große Erfolge, unter anderem mit Hit-Singles wie ›Shang A Lang‹. Doch...

Greta Van Fleet: Im Auge des inneren Friedens

Zwischen dem gefeierten Debütalbum ANTHEM OF THE PEACEFUL ARMY und dem neuen THE BATTLE AT GARDEN’S GATE liegen gut...

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

Auch diese Woche gibt es Neues in den Regalen: Von Motörhead-Aufnahmen in Berlin über Coverversionen von Tom Jones bis...

Review: Peter Frampton – FRAMPTON FORGETS THE WORDS

Musik. Ohne Worte. Dass Framptons Gitarre erstaunlich eloquent sein kann, gehört zum Rock’n’Roll-Basiswissen, ob es dennoch eine brillante Idee ist,...
- Werbung -

Review: Tom Jones – SURROUNDED BY TIME

Ambitionierte Coverversionen Dass er es ernst meint, merkt man sofort, wenn das elektronische Surren einsetzt. Ab da ist klar: Hier...

Review: Gilby Clarke – GOSPEL TRUTH

Er schießt wieder Klar war Gilby Clarke bei Guns N’ Roses cool, aber noch cooler ist er eben doch als...

Pflichtlektüre

Reviews: Dar Williams

IN THE TIME OF GODS Ambitioniert, sperrig, kurz. Für Album neun...

The Rolling Stones: Neues Album in Planung

Gerade erst haben die Rolling Stones weitere Live-Shows im...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen