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Titelstory: Queen – …und die Welt gehörte ihnen

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Titelstory: Queen – …und die Welt gehörte ihnen

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Ursprünglich hatte es Pläne gegeben, die Tournee Anfang 1978 auch nach Japan zu bringen. Queen waren dort riesig, nachdem A NIGHT AT THE OPERA sie dort in dieselbe Liga wie die Beatles katapultiert hatte. Brian May erinnerte sich daran, wie sie 1975 zum ersten Mal in Tokio ankamen und von mehr als 5.000 Fans begrüßt wurden. „Man musste uns über die Köpfe der Fans hinweg tragen“, nur damit sie zu den wartenden Limousinen gelangen konnten. 1976 hatten sie eine noch größere Tour in Japan absolviert, nachdem A DAY AT THE RACES dort auf Platz 1 eingestiegen war. Jetzt wo NEWS OF THE WORLD auf Platz 3 in den Nippon-Charts stand, schien die Rückkehr eine offensichtliche Entscheidung zu sein. Doch sie trafen sie nicht.

Egal, was der Grund dafür war, nicht nach Japan zu fahren, fanden in den ersten paar Monaten 1978 ohnehin keine Konzerte statt. Dann kam im April eine sechswöchige Europatournee, bevor im Mai noch mal fünf Auftritte in Großbritannien folgten: die ersten beiden in der Bingley Hall in Stafford, dann drei Abende im Londoner Empire Pool, heute bekannt als Wembley Arena.

Da Mercury sich inzwischen den meisten Interviews mit Musikzeitschriften verweigerte und stattdessen nur noch mit Tageszeitungen und Hochglanzmagazinen sprach, war dies der Anfang jener Ära, in der Queen als abgehobene, unaufhaltsame Stars weit außerhalb der Reichweite speckiger Billig-Wochenblätter mit ihren scheinheiligen Einstellungen und ihrem verbitterten neuen Faible für Anti-Rock agierten.

Es war auch die Ära, in der Queen sich so weit von ihrem immensen Ruhm einlullen ließen, dass sie 1984 den toxischen Tiefpunkt erreichten, an dem sie ihre heute berüchtigten Shows in Sun City, Kapstadt spielten. Nur Bob Geldofs mutige Entscheidung, sie im folgenden Jahr als wichtigen Teil des riesigen Live-Aid-Konzerts im Wembley Stadium auftreten zu lassen, brachte die Erlösung.

Doch ihr Status in den USA hatte zu diesem Zeitpunkt schon deutlich nachgelassen – wiederum dank der Hybris von Mercury, der die Band mit HOT SPACE in die Disco-Richtung zog und seine neue, extravagant ausgelebte Homosexualität zur Schau stellte: riesiger Schnurrbart, wachsende Glatze, der freche Humor, der immer mehr wie schlichte Verachtung seines Publikums wirkte. Das US-Mainstream-Publikum wandte sich weniger exaltierten, vertrauteren Idolen wie Van Halen und Journey zu.

„Es ist wahr, dass es für uns keine Grenzen gab“, sagte mir May später. „Abgesehen davon, dass wir uns nie wiederholen wollten, stellten wir uns auch immer der Herausforderung, wie man alles noch ein Stück weiter ausreizen konnte. Man will das, was einen inspiriert, so weit wie möglich bringen. Es war schwer, da immer den richtigen Kompromiss zu finden. Wenn man ihn aber einmal gefunden hatte, war es das wert.“ NEWS OF THE WORLD sollte mit der Zeit aber für sein eigenes Vermächtnis sorgen. Als 2001 das Queen-Musical „We Will Rock You“ debütierte, war die Wahl des Titels ein Geniestreich. Er schien zu sagen: Wir sind nicht hier, um in irgendeine nostalgische Schwärmerei oder gar Parodie zu verfallen. Wir sind einfach nur hier, um euch zu unterhalten. Euch zu rocken. Denn wir sind die Champions in sowas – und werden es immer sein. Jeglicher Anflug von Selbstparodie war somit im Keim er­­stickt. Auch wenn May darauf besteht, dass da definitiv ein Zwinkern aus Freddys erhabenem Auge mit im Spiel war.

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