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Pristine: Musik für Generationen

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Pristine: Musik für Generationen

Heidi Solheim, Sängerin und Hauptsongschreiberin der norwegischen Formation Pristine, ist eine sehr umtriebige Dame. Neben ihrem Hauptjob kümmert sie sich um weitere musikalische Belange, die abseits der Band eine große und besondere Rolle in ihrem Leben spielen – Heidi schreibt Lieder
für Kinder, geht mit diesen Alben auch auf Tour und absolviert ferner Musikreisen für ältere Generationen, womit sie im letzten Jahr begonnen hat.

Welche Erfahrungen hast du damit gemacht, für ein älteres Publikum zu spielen?
Es hat im letzten Jahr einen enormen Eindruck auf mich gemacht. Mir fehlen die Worte, um die Gedanken und Gefühle zu beschreiben, die einem durch den Körper und die Seele rasen, wenn man erlebt, dass ein Mensch, der an schwerer Demenz leidet und keine Sprache mehr hat, jedes Wort des Liedes, das man gerade spielt, mitsingt. Man erfährt wirklich am eigenen Leib, welchen enormen Wert und welche Wirkung Musik auf Menschen hat. Ein schöner und sehr kraftvoller Moment.

Auch für die Kleinen nimmst du Lieder auf. Seit 2014 sind drei Kindermusik-Langspielplatten entstanden.
Die letzte wurde gar für den norwegischen Grammy-Award 2021 nominiert. Es ist wirklich eine fantastische Sache, das zu erleben. Fun fact: Die Band, die auf THE LINES WE CROSS spielt, ist
dieselbe wie auf meinen Kindermusikalben. Lieder für Kinder zu komponieren und aufzunehmen ist eine der besten Sachen in meinem Leben! Der Grund, warum ich mit diesen Projekten begonnen habe, war, dass ich feststellte, dass die Musik, die es für Kinder als Zielgruppe bereits gab, nicht so ernst genommen wurde und dass die Produktionen und die Qualität oft schlecht sind. Es klingt oft gehetzt, computergeneriert und ohne echte Themen und Geschichten. Ich hatte das Gefühl, dass die Kinder unterschätzt wurden, und wollte meinen Teil dazu beitragen, dies zu ändern.

Kommen wir zu deiner neuen Platte mit Pristine, THE LINES WE CROSS. Es ist euer sechster Longplayer, der nach einigen Jahren bei Nuclear Blast nun wieder beim eigenen Label erscheint. Wie habt ihr die Jahre genutzt, die ihr wegen Corona nicht auf Tour gehen konntet?
Für mich persönlich sind es sogar zwei der produktivsten Jahre meines Lebens gewesen. Es
gelang mir, in diesen unberechenbaren und chaotischen Zeiten eine Art Frieden zu finden, und ich
habe eine Menge neuer Songs komponiert und Shows konzipiert während des Lockdowns. Was das Label angeht: Als unser Vertrag mit Nuclear Blast auslief und wir anfingen, über die möglichen zukünftigen Wege von Pristine zu sprechen, fühlte es sich wie ein natürlicher Schritt an, wieder zu unserem eigenen Label und unserem gut etablierten Team zurückzukehren.

Du warst wie üblich für das Gros der neuen Lieder zuständig.
Ich komponiere die Melodien, Akkorde, Texte und die meisten Riffs und treffe mich dann mit dem Rest der Band, um an den Arrangements, dem Ausdruck und der Ausrichtung des Sounds zu arbeiten. In vielerlei Hinsicht ist es für mich sowohl ein Prozess extremer Einsamkeit als auch ein Gefühl von Gemeinschaft. Es braucht im Vorfeld viel Zeit, um nach dem Kern der Stücke zu suchen, nach der Bedeutung und dem, was ich vermitteln möchte. Es ist eigentlich ein ziemlich anstrengender Prozess. Man muss tief graben und sich freiwillig auf Gefühle und Erfahrungen einlassen, die nicht immer besonders angenehm sind.

Dennoch klingt THE LINES WE CROSS ganz anders als die Vorgänger…
Was diese Platte von den anderen unterscheidet, ist die Nachbearbeitung, würde ich sagen. Wir haben viel mehr Instrumente und Schichten hinzugefügt, nachdem die Hauptaufnahmen abgeschlossen waren. Das lag auch an einer klaren Vision unseres Produzenten Ariel Joshua
Sivertsen. Ich kann gar nicht genug betonen, wie viel der Produzent zu einer Albumproduktion im
Allgemeinen beiträgt. Er kann einen mittelmäßigen Track wirklich in Gold verwandeln, aber auch einen fantastischen Song in Scheiße. Ariel hat die Lieder wirklich auf eine ganz andere Ebene gehoben. Er hat nicht nur einen Rock-, sondern auch einen Pop-Hintergrund, wodurch er unserer Musik eine interessante neue Note verliehen hat, mit der wir sehr zufrieden sind. ›Valencia‹ und ›Carnival‹ scheinen eine ganz neue Richtung für Pristine zu bedeuten. Innovativ, herausfordernd und erlebnisreich.



Gehören diese zwei Stücke in deiner Vorstellung zusammen?
Auf jeden Fall sind beide Tracks sehr unterschiedlich entstanden. ›Valencia‹ hatte eine lange
Reise. Ich habe es in der Hütte meiner Eltern weit oben im Norden Norwegens geschrieben, einem
Ort, der völlig abgeschieden vom Rest der Welt ist. Ich finde den Raum und die Stille, die mir diese Hütte bietet, sehr beruhigend und ertappe mich oft dabei, dass ich diese Einsamkeit in den frühen Phasen des Songwritings suche. Mit ›Carnival‹ wollten wir starke Kontraste schaffen, sowohl im Ausdruck als auch in der Wahl der Instrumente. Der vorsichtige Anfang und das epische Ende zum Beispiel. Das steht auch für die tiefere Bedeutung dahinter, die Selbsterkenntnis und die Akzeptanz, dass man die Liebe verloren hat. Wenn die Gruppe am Ende einsetzt, ist das fast symbolisch für den Weg nach vorne. Alles und nichts endet wirklich. Und in dem Moment, als die Streicher hinzukamen, war ich im Himmel!!!

Sad Sack In A Cadillac‹ repräsentiert ebenfalls ein neuen Sound für euch und erinnert an The White Stripes oder The Black Keys.
Wow! Ich liebe diesen Vergleich! Sowohl die White Stripes als auch die Black Keys gehören schon seit Langem zu den Favoriten von Pristine. Also vielen Dank!

The Loneliest Fortune‹ ist ein ziemlicher Ritt mit Einflüssen von Jethro Tull und Deep Purple und fast zehn Minuten lang. Als ihr damit angefangen habt, hattet ihr da schon diese Länge im Kopf?
Wir hatten tatsächlich eine gute Vorstellung davon, wohin der Song gehen sollte. Wir lieben es, in unseren Liedern Universen aufzubauen, und bei ›Loneliest Fortune‹ hatten wir das Gefühl, dass es Kontraste und Verschiebungen braucht, um die Bedeutung und die Geschichte wirklich zu unterstreichen. Das ist eigentlich mein Liebling auf THE LINES WE CROSS. Nach Jahren des Komponierens und anderer kreativer Arbeit wird es fantastisch sein, wieder Shows zu spielen! Ich denke, ich spreche für jede Live-Band auf der Welt, wenn ich sage, dass die Covid-Erfahrung uns wirklich zum Nachdenken darüber gebracht hat, was passieren würde, wenn die Musik aus unserem Leben verschwindet. Wir hatten „nur“ ein paar stille Jahre, doch obwohl es brutal war, habe ich das
Gefühl, dass wir auch viel gelernt haben. Für mich persönlich war Musik noch nie so wichtig wie jetzt, und ich glaube, der Hunger nach Auftritten ist bei jedem einzelnen von uns allen zu spüren. Sowohl bei den Musikern und den Crews als auch beim Publikum.

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