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    Ozzy Osbourne: London, Roundhouse

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    Ozzy Osbourne: London, Roundhouse

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    Ozzy live 3Der Weg von der nächstgelegenen Tube-Station zum Londoner Roundhouse führt über die Chalk Farm Road, und schon hier ist Ozzy Osbourne omnipräsent: T-Shirt-Läden säumen die mit jugendlichen Touristen verstopfte Straße, und nebst den obligatorischen Cannabisblättern und Che Guevera-Konterfeis ist auch der Fürst der Finsternis ein beliebtes Shirt-Motiv. Die Schlange vor dem altehrwürdigen Rundbau reicht bis um die nächste Straßenecke, und spätestens angesichts der Horde mit Ozzy-Masken verkleideter Fans aller Altersklassen müsste klar sein: Das wird ein Erlebnis.

    Eröffnet wird der musikalische Teil des Abends von den Black Spiders, aber noch spielt die Musik hauptsächlich außerhalb des mit neuester Technik und wieselflinken Barfrauen ausgestatteten Saals. Auf der noch sonnenüberfluteten Terrasse fachsimpelt man beim ersten Bier über Ozzys Gitarren-Neuzugang Gus G. oder verabredet sich zum treppab stattfindenden Ozzy-Schreiwettbewerb, aber als die texanischen Retro-Metaller von The Sword sich anschicken, die ersten Riffs durch die Boxen zu brettern, zieht es die Meute vor die Bühne. Was da die nächste Dreiviertelstunde passiert, kommt zumindest musikalisch auch bestens an – einen so charismatischen Frontmann wie den Protagonisten des Abends können The Sword zwar nicht aufbieten, aber die allseits fliegenden Haare während – und der Ansturm verschwitzt-glücklicher Metalheads auf die Bar nach dem Konzert sprechen hier Bände. Die Betriebstemperatur für das folgende Klassiker-Set stimmt jedenfalls.

    Dieses eröffnet der frenetisch in Empfang genommene und von den „Ozzy“-Sprechchören sichtlich angetane Godfather of Metal dann auch mit bewährter Kost: ›Bark At The Moon‹ reißt immer noch jeden mit, egal ob man 1983 schon headbangte oder wie der ein oder andere anwesende Fan noch flüssig war. Doch auch bei dem brandneuen ›Let Me Hear You Scream‹ lässt sich keiner zweimal bitten, selbst wenn zwischen den beiden Songs geschlagene 27 Jahre liegen. „I can’t fucking hear you!“, feuert Ozzy zwischen BLIZZARD OF OZ-Material wie ›Mr. Crowley‹ und alten Sabbath-Gassenhauern wie ›Iron Man‹ seine Fans an, aber angesichts des Geräuschpegels ist das schlicht gelogen: Das tosende Gebrüll quittiert er dann auch mit einem verschmitzten Grinsen. Stille kehrt erst ein, als Ozzy die Bühne für eine offenbar notwendige Verschnaufpause räumt und seinem neuen Mann an der Gitarre, Gus G., für eine beeindruckende Kostprobe seines Könnens das Rampenlicht überlässt. Der revanchiert sich dafür mit einem ellenlangen, gelinde gesagt spektakluären Solo inklusive Talkbox-Einlage, das wohl alle Zweifel an seiner Qualifikation ein für alle mal ausgeräumt haben dürfte. Und so tröpfeln die Fans am Ende des Abends sichtlich gerockt in die Camdener Nacht, den Rausschmeißer ›Paranoid‹ noch im Ohr. Wirklich ein Erlebnis.

     

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