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Heaven & Hell: London, Victoria Park (High Voltage-Festival)

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Heaven & Hell: London, Victoria Park (High Voltage-Festival)

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Heaven And HellBeim ersten High Voltage-Festival in London gab es neben Gigs von ELP, ZZ Top, Black Label Society und vielen mehr auch einen traurigen Höhepunkt: die letzte Show von Heaven & Hell.

Ein Zeichen setzen, Respekt erweisen, noch ein letztes Mal Heaven & Hell wiederauferstehen lassen – das wollten die verbliebenen Bandmitglieder nach dem Tod von Ronnie James Dio tun. Ende Juli ist es soweit: Beim High Voltage-Festival, einem Event von CLASSIC ROCK, treten Tony Iommi, Geezer Butler und Vinny Appice noch einmal unter dem Banner von Heaven & Hell auf. Den Gesang übernimmt nicht ein Mann, sondern gleich zwei: Glenn Hughes (Black Sabbath, Deep Purple, Black Country Communion) und Jorn Lande (Masterplan). Die beiden teilen sich die Mikroarbeit auf – bei fünf Songs singt Lande, bei vier Hughes, und bei den beiden letzten Stücken verbeugen sie sich gemeinsam vor ihrem Freund bzw. Vorbild Ronnie James Dio. Es ist kein leichter Job, den das Duo heute übernimmt. Die Fußstapfen des begnadeten Sängers sind gigantisch und noch dazu sehr präsent, denn es ist noch kein Jahr her, dass Dio noch selbst auf der Bühne gestanden und uns die Heaven & Hell-Hymnen nahe gebracht hat. Mit dementsprechend vielen Emotionen ist die Show verbunden: für die Band wie für die Fans. Kein Wunder also, dass Geezer Butler eine Woche vor dem Gig noch gesagt hat, dass er sich ein wenig vor dem Konzert fürchtet. Die Songs mögen sich nicht verändert haben – die Situation aber sehr wohl. Doch Heaven & Hell schaffen es, sich nicht von ihren Gefühlen übermannen zu lassen und geben Dio ein würdiges letztes Geleit. Das Trio Butler, Iommi und Appice jagt den 17.000 Rockern, die in den Londoner Victoria Park gekommen sind, um gemeinsam mit den Musikern Abschied zu nehmen, einen Schauer nach dem anderen den Rücken hinunter. Auch Jorn Lande und Glenn Hughes sind hervorragend vorbereitet und liefern eine würdige Performance ab, die auch Ronnie berührt hätte. Speziell Jorn Lande kommt extrem kraftvoll und energisch rüber, was hervorragend zur Härte der Stücke passt, die er auf seine Liste hat. Zum Ende des Sets wartet zudem eine Überraschung auf die Fans: Phil Anselmo (Pantera, Down), der den gesamten Gig über am Bühnenrand ge­wartet hat, stürmt ganz zum Ende des Sets in Richtung Mikro und stimmt gemeinsam mit Lande und Hughes eine überschäumende Version von ›Neon Knights‹ an. Gänsehaut, wenngleich aus deutlich anderem Anlass, macht sich auch dann am gesam­ten Körper breit, als eine sichtliche gerührte Wendy Dio die Bühne betritt. Sie berichtet mit bebender Stimme, wie groß die Lücke ist, die ihr Mann hinterlassen hat – und wünscht sich, dass alle mithelfen, sein Andenken zu bewahren, indem sie den „Stand Up And Shout Cancer Fund“ unterstützen – eine Stiftung, die Erkrankten helfen und zudem auch weitere Forschungsstudien auf dem Gebiet ermöglichen soll, so dass uns keine weiteren Menschen zu früh durch den Krebs entrissen werden.

 

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