Nick Mason: Der Floyd-Drummer macht sein Ding

Nick Mason kehrt zurück: zu seinen Solowerken und den Songs der Syd-Barrett-Ära.

Pink-Floyd-Schlagzeuger Nick Mason ist derzeit reichlich aktiv. Nicht nur veröffentlicht er unter dem Titel UNATTENDED LUGGAGE seine drei Soloalben NICK MASON’S FICTITIOUS SPORTS, PROFILES und WHITE OF THE EYE, auch zieht es ihn wieder auf die Bühne. Mit Saucerful Of Secrets, seinem neuen Projekt, das die frühen Alben der Band mit Syd Barrett aus den 60ern feiert, ist er ab jetzt unterwegs. Vor den Konzerten in London unterhielt sich Mason mit uns über die Freuden und Herausforderungen dabei, sich wieder mit dem bahnbrechenden Material von THE PIPER AT THE GATES OF DAWN (1967) und A SAUCERFUL OF SECRETS (1968) auseinanderzusetzen – und wohin seine neue Band sich danach entwickeln könnte.

„Ich wollte nicht losziehen und einfach dasselbe machen wie Australian Pink Floyd [sic] oder Roger oder David“, erklärt Mason seine Idee für das Projekt. „Nach der Ausstellung im Victoria & Albert Museum fand ich, dass das etwas anders werden musste. Die hatte mir sehr viel Spaß gemacht, aber am Ende fühlte ich mich selbst ein bisschen wie ein Ausstellungsstück. Alles, worüber man spricht und was man tut, dreht sich um etwas, das vor 40 Jahren passierte. Irgendwann fing ich an, mich ein wenig alt zu fühlen. Es war also die richtige Zeit dafür.“

Er gesteht, dass er „gewisse Zweifel hatte, denn ich hatte schon länger keine Trommelstöcke mehr in der Hand ge­­habt“, doch die Proben mit Guy Pratt, Gary Kemp, Lee Harris und Dom Beken hätten ihm die Augen geöffnet. „Ich hatte dieses Material so gut wie gar nicht angehört. Es läuft vielleicht zufällig mal im Radio, aber ich höre mir absolut nie absichtlich irgendetwas an, das wir ge­­macht haben. Das Interessante war, wie komplex Syds Songwriting war. Seltsamerweise sind wir uns wohl einig darin, dass ›Bike‹ einer der schwierigsten Songs war, er fühlt sich sehr eigenartig an. Ich spiele ›Set The Controls‹ wirklich gerne, das ist jedoch ein ungewöhnlicher Trommelpart, der mit Hämmern statt Stöcken gespielt wird.“

Und beim Schlüsselsong von PIPER, ›Interstellar Overdrive‹, erlaubt sich Mason einigen künstlerischen Spielraum. „Ich will nicht sklavenhaft kopieren, was wir auf dem Album gemacht haben. Das Tolle an ›Interstellar‹ ist, dass es sich perfekt zum Improvisieren eignet. Ich würde gerne die Eigenartigkeit davon einfangen, einige der sehr speziellen Dinge, die Syd getan hatte, aber auch ein bisschen von unserer eigenen Sprache hineinbringen.“

Folglich will Mason bei den Konzerten auch kein „Zeitkapsel“-Gefühl vermitteln. „Ich denke, es wäre viel zu übertrieben, wenn man allen sagen würde, sie sollten mit ihren Oma-Brillen und in Schlaghosen kommen. Wir sind alle älter geworden und die Dinge haben sich verändert.“

Mason sagt, die Publikumsreaktion wird den Ausschlag dafür geben, ob es noch zu weiteren Auftritten kommen wird. „Wird es mehr Shows geben? Ich hoffe es. In meinem Kopf auf jeden Fall. Wir wollen erst einmal ein paar Konzerte vor Publikum spielen, schauen, wie es sich anfühlt und ob die Leute es mögen. Ich genieße es jedenfalls sehr, wieder am Schlagzeug zu sitzen.“

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