-

Manic Street Preachers – THE ULTRA VIVID LAMENT

■

Piano Men

Die Platte wurde überwiegend während des zweiten Lockdowns aufgenommen. Mitten im walisischen Winter. Brrr. In dieser Zeit entstand ›Still Snowing In Sapporo‹. Man hört wieder diese Leidenschaft im Refrain, gegen die kein Eis der Welt eine Chance hat. Doch wäre da auch die Geschichte mit dem Klavier, das James Dean Bradfield geerbt hat. Achtzig Prozent der Songs hat er auf ihm komponiert. Wie das hineinspielt, hört man an ›The Secret He Had Missed‹. James und Julia von der Band Sunflower Bean singen, die Gitarre nörgelt und besagtes Tastengerät will schon sehr nach Benny Andersson klingen. ›Diapause‹ ist ein Kontrastpunkt. Hier hört man den Einfluss von beißendem Frost in der Gesellschaft, wie die Vision Orwells und Angst vorm Untergang beunruhigen. ›Blank Diary Entry‹ mit Mark Lanegan funktioniert ähnlich, Post-Punk ist präsenter. Ja, diese Platte wird dem Freund von britischem Indie-Rock und 80er-Versatzstücken besser gefallen als dem Fan von GENERATION TERRORISTS. Aber man muss glücklich sein. Auch 35 Jahre nach Gründung holen die Manics immer noch diese Emotion aus ihrer Sache, setzen mit voller Wucht Licht gegen das Lamento. So, wie nur sie es können.

8 von 10 Punkten

Manic Street Preachers, THE ULTRA VIVID LAMENT, COLUMBIA/SONY

- Advertisement -

Weiterlesen

Lebenslinien: Zakk Wylde

Er spielte jahrelang Gitarre für Ozzy und hörte sich endlose Geschichten von ihm und Lemmy an. Er war im Himmel, als er Elton John...

Endlich am Kiosk & ab sofort im Online-Shop erhältlich: Die neue Ausgabe von CLASSIC ROCK!

TITELSTORY: Pink Floyd – The Wall Tour Ein Meisterwerk auf der Bühne, aber ein Machtkampf hinter den Kulissen. Wie Gigantomanie, finanzielle Debakel und interne Spannungen...

IN MEMORIAM PHIL LYNOTT

40 Jahre nach seinem Tod sprechen Scott Gorham, Eric Bell, Mark Stanway, Laurence Archer und andere über den Bandkollegen und Freund, den sie kannten...
- Advertisment -