Kellermensch: Augsburg, Kantine

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Kellermensch: Augsburg, Kantine

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Kellermensch @ Simone Bösch (3)Zwischen Manie und Wahnsinn – ein außergewöhnliches Rock-Kammerspiel.

Nachdem viele Konzerte von Kellermensch im Sommer abgesagt wurden, holen die Dänen diese nun nach. Und obwohl die außergewöhnliche Band hierzulande immer noch ein Geheimtipp ist, zieht es einige begeisterte Anhänger an diesem Freitag in die Augsburger Kantine. Dass dieses Konzert etwas besonderes wird, erkennt man schon beim ersten Blick auf die Bühne. Neben einem Klavier steht dort auch ein Kontrabass, diverse Gitarren drängen sich neben dem Schlagzeug, das aus Platzgründen in der hinteren rechten Ecke der Bühne platziert wurde. Auch die Erscheinung der sechs Musiker ist eher außergewöhnlich: In ihren feinen Anzügen wirken die Dänen eher wie ein Kammerorchster als eine Rockband. Doch der Aufzug passt, denn das Konzert selbst kommt als irre Bühneninszinierung daher, die auch durchaus in einem Avantgarde-Theater statt-finden könnte. Vom ersten Ton an herrscht eine At-mosphäre voller Wahnsinn und Schönheit. Das Sextett selbst spielt sich immer mehr in Trance, geht in den verstörend-faszinierenden Songs völlig auf, Sänger Sebastian Wolff wälzt sich manisch auf dem Boden. Auch das Publikum ist gefangen von den treibenden Rhythmen, düsteren Stimmungen und leidenschaftlichen Melodien. Sie werden von den Songs eingehüllt, lassen sich tragen oder gehen völlig aus sich heraus. Erst als der letzte Ton verklingt, erwachen Kellermensch und ihre Zuschauer aus ihrer Trance. Viele werden sich noch lange an dieses intime Erlebnis erinnern. Denn wenn die Dänen so weitermachen, werden sie bald kein Geheimtipp mehr sein.

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