Jeff Beck: Vor 50 Jahren erschien sein Debüt-Meisterwerk TRUTH

Jeff Beck Truth

1. August 1968: Stilprägend – die Jeff Beck Group veröffentlicht ihr LP-Debüt TRUTH.

Freunde fürs Leben: Jeff Beck und Jimmy Page, gleichaltrige Kumpel seit Jugendtagen, unterstützten sich stets gegenseitig. Im März 1965 empfahl Page Beck den Yardbirds als Nachfolger von Eric Clapton. Page sprang ein, als Bassist Paul Samwell-Smith bei den Yardbirds die Segel strich, wechselte wenig später wieder zu den sechs Saiten, als Rhythmusgitarrist Chris Dreja auf den Bass umstieg. Von September bis No­­vember 1966 teilten sich Beck und Page die Gitarren-Pflichten. Becks Antihaltung, Perfektionsdrang und Temperamentsausbrüche führten zum Rauswurf.

Hitproduzent Mickie Most be­­feuerte seine Soloambitionen. Einnahmen garantierten im Übergang der Beat- zur Progressive-Ära ein Chart-Singles-Triumvirat: ›Hi Ho Silver Lining‹ und ›Tallyman‹ mit Becks Gesang von 1967 sowie das Instrumental ›Love Is Blue‹ von 1968 enthielten jeweils auf der B-Seite radikalere Stilentwürfe, die bereits auf das von Most produzierte Debüt TRUTH vom August 1968 verwiesen: Ein Gemenge aus Blues-Klassikern, Folk-Standards, Traditionals, Musical-Songs sowie Selbstverfasstem koppelten sich im Fokus härterer Gangart mit Becks unnachahmlicher Virtuosität.

Zeitgleich als TRUTH erschien, formierte Jimmy Page die aus den (New) Yardbirds hervorgegangenen Led Zeppelin und eiferte einer identischen Rezeptur nach. Als maßgebliche Mitgestalter der „Wahrheit“ zeichneten sich Sänger Rod Stewart, Bassist Ronnie Wood, Schlagzeuger Micky Waller sowie die Session-Musiker Nicky Hopkins (Piano) und John Paul Johns (Hammond-Orgel) aus. Vor allem Stewarts Ein-Kilo-Gehacktes-Stimmakrobatik prägte den Erstling, dem im Juni 1969 BECK-OLA mit Schlagzeuger Tony Newman folgte. Dann war Schicht im Schacht.

Stewart und Wood fusionierten mit den Small Faces, Beck gründete mit Tim Bogert und Carmine Appice von Vanilla Fudge ein Trio. An den Start gingen Beck, Bogert & Appice erst 1972. Nach schwerem Autounfall musste Beck monatelang zwangspausieren. In verändertem Line Up spielte eine zum Jazz tendierende Zweitauflage der Jeff Beck Group 1971/72 zwei weitere Alben ein.

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