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    Iron Maiden – Sieg der Sturheit

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    Iron Maiden – Sieg der Sturheit

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    Iron Maiden 2010Mit 80 Millionen verkauften Tonträgern, gigantischen Welttourneen, Privatjet und einem imposanten Merchandise-Imperium sind die britischen Metal-Ikonen Iron Maiden auch nach 35 Jahren bestens im Geschäft. Was den gestandenen Fünfzigern aber nicht reicht: Mit ihrem neuen Album THE FINAL FRONTIER wollen sie noch einmal richtig abräumen – und noch dazu (augenzwinkernd) die Masse der in die Jahre gekommenen Ladies durch knackiges Frisch­­fleisch ersetzen.

    Denn dass der Lack zumindest bei ihrem Publikum ab ist, dazu reicht ein kurzer Blick ins Molson Amphitheater in Downtown Toronto: 16.000 Hardcore-Fans, die ihre verwaschenen Kutten nebst unästhetischen Bierbäuchen spazieren führen und dabei ihren Nachwuchs samt Ehefrauen im Schlepptau haben: Aufgetakelte Blondinen in exakt denselben Outfits, die sie in den Achtzigern getragen haben – als sie noch alleine zu solchen Veranstaltungen gingen. Und die Bruce Dickinson mit breitem Grinsen als „Maiden-Milfs“ (Milf = Mom I’d Like To Fuck, Anm.d.Red.) bezeichnet: „Du kannst dir nicht vorstellen, wie witzig das ist, von der Bühne auf die Leute herunterzublicken: Da stehen Papa, Mama und Kind. Der Kurze macht den Teufelsgruß, Vati grölt jeden Text mit, und Mama macht mir schöne Augen. Das sind Maiden 2010: Milf-City.“

    Was bei sechs reifen Herren um die 50 kaum verwunderlich ist. Zumal sie – wie im Falle von Bassist und Band-Chef Steve Harris – der Inbegriff des Metal-Konservativismus’ sind: ein kleiner, bleicher Kerl mit Old School-Mähne, T-Shirt, Shorts und Turnschuhen, der im mondänen Four Seasons-Hotel wirkt, als habe sich der Hausmeister in eine Suite verlaufen. Harris geht so in seiner Hard’n’Heavy-Welt auf, dass er im Gespräch wie der ideologische Einpeitscher vom Dienst rüberkommt. Schließlich ist er derjenige, der das schwere Flaggschiff Iron Maiden seit Gründung auf Kurs hält, keine Zeitgeist-Zugeständnisse zulässt und die Seinen wohl auch deshalb erfolgreich durch Dick und Dünn führt: „Vielleicht liegt es daran, dass wir sehr verstockte und sture Menschen sind. Aber wir haben uns nie darum gekümmert, was um uns herum passiert. Selbst in Phasen, in denen es mal nicht so gut lief, haben wir einfach weiter gemacht. Und genau so halten wir es auch in Zukunft. Ich habe keine Ahnung, wie viel Zeit uns noch bleibt oder wie viele Alben wir noch machen werden. Aber momentan sind wir definitiv auf dem Höhenflug.“

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