In Memoriam: George Young

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In Memoriam: George Young

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Der in Schottland geborene Gitarrist, Komponist und Produzent brachte Australien auf die Rock-Landkarte – noch vor seinen kleinen Brüdern Angus und Malcolm. Am 22.10.2017 ist er im Alter von 70 Jahren verstorben.

Als die Familie Young im Mai 1963 aus Glasgow ins ferne Neu-Südwales übersiedelte, war der fünfte Kontinent von der Rock-Kultur noch eher unbeleckt – ein Umstand, den die Brüder George, Malcolm und Angus jedoch nachhaltig zu verändern wussten. Alexander, der älteste Young, war in Großbritannien geblieben, um seine Musikerkarriere weiter zu verfolgen, später spielte er in der Band Grapefruit. In der neuen Heimat war es George Young, der seinem großen Bruder zuerst nacheiferte – und ihn recht bald überflügelte.


The Easybeats, 1964 gegründet, waren der erste australische Rock-Export, der weltweit für Aufsehen sorgte. Ihre brillante Working-Class-Hymne ›Friday On My Mind‹, 1966 veröffentlicht, erreichte Platz 1 in Aus­tralien, kam in Großbritannien auf Rang 6 und in den deutschen Charts auf einen zehnten Platz, selbst in den USA war eine Top-20-Platzierung drin. Der Text stammte von Harry Vanda, die Musik und das für eine Beatband bemerkenswert komplexe Arrangement hatte George Young beigesteuert. 2001 wurde das Stück von der Australian Performing Rights Association zum besten australischen Song aller Zeiten gekürt.


Die Easybeats waren 1970 Geschichte, doch das Duo Vanda/Young hatte deutlich mehr Bestand, die beiden profilierten sich als Produzenten. Auf ihr Konto gingen nicht nur AC/DCs Debütsingle ›Can I Sit Next To You Girl‹ von 1974, sondern auch die folgenden Alben bis hin zu IF YOU WANT BLOOD YOU’VE GOT IT. Jetzt wurde also George von seinen jüngeren Brüdern übertrumpft, zumindest was den öffentlichkeitswirksamen „Rockstar-Status“ betraf. Doch als Strippenzieher hinter den Kulissen war er eine der Schlüsselfiguren ihrer Karriere. Angus und Malcolm hatten den jugendlichen Überschwang und waren voller Pläne – und George wusste, wie man sie professionell umsetzt.


Für John Paul Young, mit den AC/DC-Youngs weder verwandt noch verschwägert, aber ebenfalls ein Schotte, der in Australien lebte, schrieb George Young in den 70er-Jahren zahlreiche Hits, darunter den Welterfolg ›Love Is In The Air‹. Doch auch als Performer wollten es Vanda und Young noch einmal wissen: Als Flash & The Pan veröffentlichten sie 1978 ein gleichnamiges Album mit elegantem Wave-Pop, das von der Kritik gelobt wurde und mit ›Hey, St. Peter‹ einen Hit ab­­warf. Bis 1992 folgten fünf weitere Werke. Im Jahr 2000 kehrte Young noch einmal in AC/DCs Dienste zurück und produzierte ihr Album STIFF UPPER LIP.


Um seine Bedeutung für die australische Musik einzuordnen, hilft ein Artikel des Magazins „Australian Musician“, in dem 2007 das wichtigste Ereignis in der Geschichte der heimischen Rockmusik ge­­wählt wurde: das Treffen von George Young und Harry Vanda 1964 im Vil­­la­wood Migrant Hostel. George Young starb am 22. Oktober 2017 in Sidney.

1 Kommentar

  1. Der Artikel wartet mit ein paar Ungenauigkeiten auf: Alex Young war nicht der älteste der Young Brüder. Das war Stephen Crawford Young (*1933) der Vater von Stevie Young, der Malcolms Platz bei AC/DC eingenommen hat. Alex Young wurde 1938 geboren und hat lange Zeit in Hamburg gelebt, wo er auch 1997 gestorben ist.

    Auch die Anmerkung, das Harry Vanda für den Text von Friday On My Mind verantwortlich zeichnet, ist nicht ganz korrekt. Dieser wurde mit ziemlicher Sicherheit hauptsächlich von George geschrieben, da Harry‘s Englisch zu diesem Zeitpunkt noch nicht so hervorragend war, wie in diversen Biografien nachzulesen ist. Die Musik wurde hingegen von beiden komponiert, nicht nur von George.

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