Humble Pie – HUMBLE PIE / EAT IT / THUNDERBOX

-

Humble Pie – HUMBLE PIE / EAT IT / THUNDERBOX

Humble PiePflaumenkuchen in der Donnerschachtel bittet zum einäugigen Hosenschlangen-Rumba!

In der Silvesternacht 1968/69 aus der Taufe gehoben, gelten Humble Pie in den Medien schnell als „Supergroup“. Immerhin rekrutieren sich drei von vier Mitgliedern aus populären Formationen: Soul-Überstimme Steve Marriott (Rhythmusgitarre) stammt von den Small Faces, Pop-Säusler Peter Frampton (Sologitarre) von The Herd und Rustikal-Vokalist Greg Ridley (Bass) von Spooky Tooth. Drummer Jerry Shirley, ehemals Apostolic Intervention, komplettiert die Band. Mit zwei Alben und der Single ›Natural Born Bugie‹ gelingt ein fulminanter Einstand. Als Humble Pies Label Immediate Pleite geht, findet sich 1970 bei A&M eine neue künstlerische Bleibe mit Option auf eine US-Karriere.

Der Erfolg stellt sich durch die deutlich härtere Ausrichtung auf bluesinfiziertem Hard Rock ein: Das von Glyn Johns produzierte und mit Slide-Gitarrist B.J. Cole veredelte A&M-Debüt HUMBLE PIE kommt mit selbstverfassten Tracks wie ›One-Eyed Trouser Snake Rumba‹, ›Red Light Mama, Red Hot‹ und dem geschmackvollen Willie-Dixon-Cover ›I’m Ready‹ auf den Punkt. Peter Frampton wie-derum tönt auf ›Earth And Wa- ter Song‹ schon so verträumt wie wenig später sein Mega-Erfolg FRAMPTON COMES ALIVE. Clem Clempson, ehemals Colosseum, übernimmt 1971 Framptons vakanten Posten. Da gelten Humble Pie dank eines stets auf Krawall gebürsteten Vulkanausbruchs namens Steve Marriott schon als das ultimative Konzertereignis.

Zum Experiment gerät 1973 das von Marriott im eigenen Studio produzierte Doppelal-bum EAT IT: Marriotts durch Unmengen von Kokain, Alko-hol und Nikotin gespeiste Kre-ativität rockt auf Seite eins nicht nur im Opener ›Get Down To It‹. Klassischer R’n’B mit Ike & Tina Turners ›Black Coffee‹ wühlt auf Seite zwei tief in den Abgründen seiner Soul-Seele. Bis auf das stellenweise verrockte ›Beckton Dumps‹ präsentieren sich auf der dritten Seite abermals von Marriott verfasste Folk-, Blues- und Country-Oden in rein akustischem Gewand. Im Konzertteil zündet vor allem das über 13- minütige Soul-Cover ›(I’m A) Roadrunner‹. Den Zenit schon überschritten haben Humble Pie 1974 auf THUNDERBOX: Unter den zwölf Songs finden sich neben passablen Eigen-kompositionen allein sieben Cover, darunter Ann Peebles ›I Can’t Stand The Rain‹, Chuck Berrys ›No Money Down‹ und Dobie Grays ›Drift Away‹.

HUMBLE PIE: 9
EAT IT: 10
THUNDERBOX: 5

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Video der Woche: Jimi Hendrix ›Hey Joe‹ (Live at Monterey Pop)

Heute wäre Jimi Hendrix stolze 80 Jahre alt geworden. Wir gratulieren dem Gitarrenvirtuosen mit unserem Video der Woche. Leider war...

Rock-Mythen: Tina Turner – Das zweite Leben der Anna Mae

Es ging nicht mehr: Nach Jahren der ehelichen Gewalt lief Tina Turner ihrem Mann Ike im Sommer 1976 davon...

Tom Petty & The Heartbreakers: LIVE AT THE FILLMORE (1997)

The Heartbreaker's Beach Club Am 2. Oktober jährte sich Tom Pettys Todestag zum fünften Mal, am 20. desselben Monats wäre...

BlackRain: UNTAMED

Vive La Sleaze Das Gitarrenintro im Eröffnungs- und Titelsong ›Untamed‹ erinnert von Sound und Style kurz an das im Poser-Klassiker...

I’ll Be Damned: CULTURE

Kritisches Brett Eine Generalabrechnung mit Politik, Religion, Gesellschaft und Medien liefern die Dänen von I’ll Be Damned auf ihrem dritten...

Tipp: Elder mit INNATE PASSAGE

Surreale Welt Wie immer auf einer Elder-Platte finden sich auch auf ihrem nunmehr sechsten Longplayer INNATE PASSAGE fünf Tracks. Allesamt...

Pflichtlektüre

Babe Rainbow – TODAY

Fluffig-weicher Sommer-Folkpop aus Australien Babe Rainbow waren schon zusammen mit...

Paul Cauthen: Country-Mann mit Funkverständnis

Er sang im Kirchenchor, landete im Gefängnis und verbrachte...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen