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High-Rise

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high riseDen Einfluss, den eine gehegte und gepflegte, nicht von den Förderinstituten schmählich vernachlässigte Genrefilmszene auf das nationale Kinoschaffen haben kann, lässt sich derzeit hervorragend in Frankreich und Großbritannien beobachten: Jene Autoren, Regisseure und Produzenten, die zuvor mit harten Low-Budget-Crimethrillern oder explizit brutalen Horrortrips Grenzen ausloteten und Konventionen brachen, schwingen sich in den letzten Jahren vermehrt zu den kreativen Impulsgebern einer neuen Generation von Filmschaffenden auf. Hervorragendes Beispiel ist wohl der Brite Ben Wheatley, der sich mit der Gangsterkomödie „Down Terrace“, dem ungewöhnlichen Killerdrama „Kill List“, der Mörderfarce „Sightseers“ und dem surrealen Historienexperiment „A Field In England“ austobte. Den Schritt in die nächsthöhere Liga der Regisseure vollzieht er nun mit seinem dystopischen – ja was eigentlich – Science Fiction-Thriller? Erstes Indiz dafür ist bereits die Besetzungsliste aus Tom Hiddleston, Jeremy Irons, Sienna Miller, Elisabeth Moss und Luke Evans sowie Soundtrack-Komponist Clint Mansell: namhaft und hochkarätig, die am Projekt beteiligten. Mit dem gewohnten Flair des Psychedelischen adaptiert Wheatley die Vorlage des Autors J.G. Ballard zum klaustrophobischen, bitterbösen und brutalen Meisterwerk. Denn irgendwo zwischen scharfer Satire auf das britische Klassensystem, kubrik’schem Interesse am psychotischen Wesen des Menschen und perfide konstruiertem Thriller entfaltet sich „High-Rise“ zum Instant-Kultklassiker. Darin findet sich Dr. Lang (Hiddleston) im titelgebenden Wolkenkratzer, in dem sich sozialer Status über die Wohnhöhe definiert: lärmige Poolpartys weit unten, gesetzte Annehmlichkeiten im Mittelbereich, groteske Dekadenz an der Spitze. Mittendrin ein vielfältiges Figurenpersonal, das in einem grotesken Reigen von Aufstieg und Fall ein zunehmend gewalttätiges Chaos entfesselt.

High-Rise
DCM
Start: 30.06.
10/10

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