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    Frank Turner: Konfrontation und Innovation

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    Frank Turner: Konfrontation und Innovation

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    Frank Turner InterviewEr gehört zu den Musikern, die ihre Anhänger mit aller Kraft hinter sich bringen. Frank Turner gibt alles, ist eine ehrliche Haut, glaubt an den Rock‘n‘Roll, geht pausenlos auf Tour und produziert seit 2007 Soloalben, die sowohl zuhause in Britannien als auch hier hohe Positionen in den Charts erreichen.

    Jetzt aber könnte der Punkt gekommen sein, an dem die Meinungen über ihn weiter auseinander gehen. So veröffentlichte er als Vorboten zum neuen Album BE MORE KIND eine Single, die den Titel ›1933‹ trägt. Natürlich hat Frank allein damit schon Staub aufgewirbelt und im Netz Kritik einstecken müssen. Dabei schätzt er die Lage mit Bezug auf Deutschland eher unproblematisch ein. „Trotz der wachsenden Popularität der AfD glaube ich nicht, dass die Deutschen an mögliche Gefahren erinnert werden müssen. Meinem Empfinden nach setzen sie sich mit der Geschichte oft genug auseinander. Der Grad der Aufklärung ist hoch, das höre ich in Ge­­sprächen mit Freunden immer wieder heraus. Nein, ich ziehe in dem Song eine Parallele zwischen dem, was damals geschah, und wie nationalistisch sich die Dinge jetzt in den USA und möglicherweise auch Britannien entwickeln. So etwas kann gravierende Folgen haben.“

    Ein anderer Song heißt, man mag es kaum glauben, ›Make America Great Again‹. „Auch dieser Titel wird mir früher oder später Schwierigkeiten einbringen, das ist mir klar. Aber ich stehe jeder Auseinandersetzung offen gegenüber. Sicher, es ist ein provokatives Statement, ein Weckruf. Ich versuche einfach zu suggerieren, dass man es anders machen und mehr auf gegenseitiges Verständnis setzen kann. Es ist ganz sicher kein antiamerikanischer Song. So etwas würde mir nie einfallen. Ich bin gerne in den USA und spiele oft dort.“

    Beim letzten Mal, mit POSITIVE SONGS FOR NEGATIVE PEOPLE, wollte Frank zeigen, wie er und seine Band The Sleeping Souls auf Tour klingen. Man hatte alles im Vorfeld geschrieben und arrangiert, danach wurde es live innerhalb von neun Tagen im Studio eingespielt. „Ein Jahr nach den Aufnahmen war ich immer noch total glücklich mit dieser Platte. Wenn sich so ein Gefühl einstellt, kann man davon ausgehen, dass sich bei mir bald etwas tut. Ich gehe mittlerweile schwer auf die 40 zu und veröffentliche jetzt mein siebentes Soloalbum. Da muss man es mir schon verzeihen, wenn ich mir alle Freiheiten nehme.“

    Ursprünglich hat ihn amerikanischer Hardcore von Black Flag über die Descendents bis No FX ge­­prägt, ebenso britischer Folk. Dieses Mal hat er mit Leuten gearbeitet, die damit gar nichts zu tun haben. Charlie Hugall hat schon der amerikanischen Electropop-Sängerin Halsey unter die Arme gegriffen. Austin Jenkins und Joshua Block waren früher Mitglieder der texanischen Indie-Band White Denim. Die Zusammenarbeit lief scheinbar bestens. „Ich mag ihren ganzheitlichen Ansatz beim Umgang mit Musik. Egal, was ich ihnen im Studio an den Kopf werfe, sie können mit allem etwas anfangen. Wir haben ein paar zusätzliche Tracks für zukünftige B-Seiten aufgenommen, die sich wilder als alles auf dem Album anhören. Einer geht voll in die Richtung von Drum’n’Bass, ein anderer hat mehr mit weißem Soul zu tun.“

    Gut möglich, dass sich Frank deswegen wieder einiges anhören muss. Davon wird er aber kaum etwas wahrnehmen, wie es scheint. „Ich habe gerade mein Facebook-Konto gelöscht und schaue weniger bei Twitter nach. Es gibt abseits davon noch ein echtes Leben. Ich lese jetzt viel und rede mehr mit richtigen Leuten. Ich kann das nur empfehlen.“ Nach den Vorgängen um Cambridge Analytica sowieso.

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