Eagles: Vince Gill im Interview – Vom Fan zum Komplizen

Eagles InterviewVince Gill (auf dem Bild 2.v.l.), einer der beiden Neuen, erzählt, wie er vom Fan zum Freund zum Mitglied der Eagles wurde.

Kannst du dich noch daran erinnern, wie du zum ersten Mal die Eagles gehört hast?
Oh ja. Ich war ein Junge in Oklahoma, der gerade versuchte, die Gitarre zu lernen, und das waren die Typen, die genau das taten, was ich liebte. Dieses erste Album hatte einen riesigen Einfluss auch mich, weil die Songs einfach so gut waren. Das ist es, was für mich die Zeit überdauert hat – die Songs. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die in ihrem Leben so ein Gesamtwerk
er­­schaf­fen.

Wo warst du, als du gefragt wurdest, ob du einsteigen willst?
Ich war zuhause. Unsere Wege hatten sich schon häufig gekreuzt, also kam das aus hei­terem Himmel, aber auch wieder nicht, wenn du verstehst, was ich meine. Ich war mehr als ge­­schmeichelt, dass sie dachten, dass ich in diese Fußstapfen treten und diese Songs spielen und singen könnte. Es war leicht, Ja zu sagen. Der einzige Zweifel, den ich hatte, war, dass ich mir nicht sicher war, ob das akzeptiert würde.

Wie lange dauerte es, bis sich dieses Gefühl verflüchtigte?
Es verflog nach dem ersten Refrain von ›Take It To The Limit‹. Das war der erste Song, den ich mit ihnen sang, beim ersten Konzert. Ich fühlte, wie sich alle entspannten, ich selbst eingeschlossen.

„Ich ging von hinten zu ihm, legte meine Arme um ihn und sagte: Mann, hast du auch so viel Schiss wie ich?“

Hat dir irgendjemand in der Band Ratschläge gegeben?
Ja, absolut. Ich gehe die Dinge auf der Bühne anders an als sie, da lasse ich mich gerne von der Stimmung mitreißen und spiele oder singe etwas ganz anders als am Abend zuvor. So läuft das hier aber nicht, und da gibt es kein Schwarz oder Weiß. Bei diesen Jungs heißt es: „Es ist so.“ Das macht es einfach, und es macht Spaß.

Hattest du irgendeinen Rat für Deacon Frey als den anderen Neuen in der Band?
Ich kannte seinen Vater sehr gut, aber Deacon war ich vor der ersten Probe noch nie begegnet. Ich ging von hinten zu ihm, legte meine Arme um ihn und sagte: „Mann, hast du auch so viel Schiss wie ich?“ Er lachte und sagte: „Oh yeah, und wie.“ Darauf sagte ich: „Ich halte dir den Rücken frei, machst du das auch für mich? Lass uns Spaß haben.“

Welchen Deep Cut der Eagles würdest du gerne live mit ihnen spielen?
Oh Mann… Mich hat immer ›The Sad Café‹ angezogen [von THE LONG RUN, 1979]. Das sprach einfach zu mir. Sie haben nie daneben gegriffen, aber das war für mich ein besonders schönes Stück. Ich habe sie immerhin davon überzeugt, ›Ol‘ 55‹ zu spielen, den alten Song von Tom Waits. Ich fragte danach und sie sagten: „Nun, das haben wir schon seit Jahren nicht mehr gemacht.“ Es hat gut funktioniert.

Was macht die Eagles zu einer so großartigen amerikanischen Band?
Das fängt wirklich alles bei den Songs an. Aber auch, dass so viele legendäre Stimmen Teil dessen waren, was die Eagles sind. Ob Don singt oder Glenn oder Timothy oder Joe Walsh oder Randy, es hieß immer: „Und jetzt der Nächste“, und man dachte, „Verdammt!“ Dann brachte man sie alle zusammen und es ist ­ein­­zigartig.

Im Moment gibt es keine Pläne über diesen Sommer hinaus. Wenn sie dich wieder anrufen würden, würdest du zusagen?
Wann auch immer ich die Gelegenheit be­­komme, mit diesen Jungs da oben zu stehen und diese Songs zu singen und zu spielen, bin ich dabei, solange sie es wollen.

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