Die 50 besten Alben des Jahres 2020 (Platz 20-11)

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Die 50 besten Alben des Jahres 2020 (Platz 20-11)

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Zwölf Monate, hunderte von neuen Alben, tausende von Songs – gute, schlechte, grandiose Stücke. Wer kann da den Überblick behalten? Gut, dass es die CLASSIC ROCK-Redaktion gibt. Wir haben uns auf Zeitreise begeben, uns für euch angestrengt erinnert, haben gesammelt, recherchiert, diskutiert, bewertet und auch gekämpft. Das ist dabei herausgekommen: die 50 besten Alben des Jahres 2019!
Texte: Jacqueline Floßmann, Henning Furbach, Matthias Jost, David Numberger, Paul Schmitz, Markus Werner, Michael Wolf

20

Marilyn Manson, WE ARE CHAOS, CAROLINE/UNIVERSAL

Schocken tut er uns schon lang nicht mehr, dafür liefert Brian Warner ein souveränes Spätwerk ab, das ohne viel Krawall auskommt, aber in seiner getragenen Wave-Wucht doomige T.-Rex-Anklänge kultiviert und erstaunliche Kraft entfaltet.
Anspieltipp: ›Keep My Head Together‹

19

The Jaded Hearts Club, YOU’VE ALWAYS BEEN HERE, BMG RIGHTS/ WARNER

Die superste Supergroup aller Zeiten oder Hobby außer Kontrolle? Matt Bellamy (Muse), Graham Coxon (Blur), Nic Cester (Jet), Miles Kane (Last Shadow Puppets), Sean Payne (The Zutons) und Jamie Davis (äh… niemand) trafen sich zur Gaudi als Beatles-Covertruppe. Ihr Album mit 60s-Northern-Soul-Coverversionen überträgt den Spaß, die die sechs hatten.
Anspieltipp: ›This Love Starved Heart Of Mine (It’s Killing Me)‹

18

The Jayhawks, XOXO, 30 TIGERS/MEMBRAN

Dass The Jayhawks stetige AmericanaQualität liefern, wissen wir seit ihrem 1986er Debüt bzw. zehn Alben. Ihre Elfte legt dennoch etwas oben drauf: Alle vier Mitglieder singen. Einzeln, gemeinsam. Das gibt ein erfreuliches Plus an Tiefe und Variation.
Anspieltipp: ›Living In A Bubble‹

17

Blues Pills, HOLY MOLY!, NUCLEAR BLAST/ROUGH TRADE

Es ist ein altgedientes Klischee, dass aus Widrigkeiten große Kunst entstehen kann, aber hinter
jedem Klischee steckt nun mal ein bisschen Wahrheit. Bei den Blues Pills lief es, oberfächlich betrachtet, blendend, doch die Zeit seit dem Bestseller LADY IN GOLD war schwer. Neu aufgestellt
und von frischer Energie befeuert, bastelten Elin Larsson und Konsorten daraus jedoch eine Platte, die das „rock“ in „Bluesrock“ stärker denn je betont und so zu ihrem bislang beeindruckendsten Werk wurde.
Anspieltipp: ›Kiss My Past Goodbye

16

Cherrie Curie, BLVDS OF SPLENDOR, BLACKHEART RECORDS

Die Arbeiten an BLVDS OF SPLENDOR hatten bereits 2010 begonnen und sich immer wieder
verschoben – z. B. weil sich die Ex-Runaways-Frau beim Kettensägenschnitzen (!) verletzt hatte.
Gut, dass sie sich dabei nicht komplett zersägt hat, denn sonst hätte diese dreckige Platte nie das Licht der Welt erblickt. Zusammen mit Gastmusikern wie Billy Corgan, Slash oder Juliette Lewis wird hier ein knackiges Rock’n’Roll-Feuerwerk abgefackelt. Go, Cherrie!
Anspieltipp: ›Gimme‹

15

The Struts, STRANGE DAYS, CAROLINE/UNIVERSAL

Fuck, endlich kommt mal wieder eine echte Rock’n’Roll-Platte raus. Das hört man oft und ließt es vermutlich noch öfter. Was die Struts hier aber in zehn Tagen, eingesperrt während des Lockdowns
mit genügend Gras, Suff und weiteren Hollywood-Villa, eingezimmert haben, besitzt wirklich Seltenheitswert. Mit Hit-Gefühl, berühmten Freunden, ungebremster Party-Geilheit und cleveren langen Fingern gesegnet, weiß endlich mal wieder eine Band von der Insel besser, wie eine
amerikanische Band klingen sollte.
Anspieltipp: ›Burn It Down

14

The White Buffalo, ON THE WIDOW’S WALK, CAROLINE/UNIVERSAL

Der weiße Büffel mit der Stimme wie ein Stier durfte 2020 sein neues Album zusammen mit Stil-Tausendsassa und Produzenten-Hans-in-allen-Gassen Shooter Jennings aufnehmen. Der Einfluss von
Wayne Jennings’ Sohn warf den White Buffalo in seiner Natur nicht um, doch bereicherte ihn darin um Tiefe, ein ganzes Stück Dunkelheit und eine gehörige Menge Kompositions-Finesse – weniger Punkrock-Wurzeln, mehr Beatles-Studiogeist verfeinern auf ON THE WIDOW’S WALK den immer schon
vielseitigen Roots-Sound von Jake Smith, wie der Büffel eigentlich heißt.
Anspieltipp: ›Sycamore‹

13

Drive-By Truckers, THE UNRAVELING, ATO/PIAS/ROUGH TRADE

Es war beschissen wie die Sau. Das Schlimmste überhaupt.“ So kommentierte vorderster DriveBy Trucker Patterson Hood im Interview mit unseren britischen Kollegen ein Jahr, das, zumindest kreativ gesehen, extrem gut für die Ami-Rocker verlief. Denn während diese Lobeshymne auf ihr im Frühjahr 2020 erschienenes Album geschrieben wird, haben Hood und seine Mitmusiker bereits ein neues fertiggestellt. Und so schätzen wir jetzt THE UNRAVELING als den zweiten Teil dessen, was Patterson Hood als Trilogie versteht: Nach dem 2016er AMERICAN BAND und vor dem jetzt aktuellen THE NEW
OK erschienen, stellen diese Songs zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erneut das Einzelschicksal, das Leben des normalen Bürgers vor die große, bei Leibe nicht blütenreine Leinwand des soziopolitischen Systems der USA. Ein gelungenes, kontraststarkes und eindringliches Schattenspiel, das gefühlvoll und schmerzhaft auf den Punkt kommt wie Patterson Hoods Fazit über die vergangenen 12 Monate.
Anspieltipp: ›Armageddon’s Back In Town‹

12

Fleet Foxes, SHORE, ANTI/INDIGO

Man war sich sicher: Das dritte Album würde den MegaDurchbruch der Kritikerlieblinge aus
Seattle bedeuten. Es kam anders. CRACK-UP (2017) geriet zu kopflastig, schlug keine Funken.
Fast wirkt Fleet-FoxesMaestro Robin Pecknold auf dem Nachfolger erleichtert. Eine innere Ruhe hat Einzug gehalten, die die neuen Songs durchflutet wie Sonnenstrahlen. Was die edle Würde von Pecknolds harmonieseligen Art-Americana-Tracks umso mehr zum Leuchten bringt.
Anspieltipp: ›Sunblind‹

11

Bob Dylan, ROUGH AND ROWDY WAYS, COLUMBIA/SONY

Mit einer vielleicht rüpelhaften, schelmischen Grandezza und – mit Verlaub – auch einer Stimme, die
beide an Morla aus „Die unendliche Geschichte“ erinnern, blickt Dylan mal in assoziativen Gedankenströmen, mal in filmischen Bildern, stets lyrisch meisterhaft verpackt, zurück auf sein eigenes gigantisches Oeuvre und all die Geschichte(n), die er Zeit seines Lebens beobachten und erfahren durfte. Musikalisch wird Dylan auf ROUGH AND ROWDY WAYS vom Folk, Swing und dem bemerkenswerten, Chicago-esken Blues seiner Hausband makellos untermalt.
Anspieltipp: ›False Prophet‹

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