Def Leppard: DIAMOND STAR HALOS

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Def Leppard: DIAMOND STAR HALOS

Das funkelnde zwölfte Studioalbum zeigt die Truppe aus Sheffield kraftvoll wie eh und je

Der Titel dieser siebten Platte des gegenwärtigen Line-ups aus den Gründern, Sänger Joe Elliott und Bassist Rick Savage, sowie Schlagzeuger Rick Allen und den Gitarristen Phil Collen und Vivian Campbell – nunmehr seit 30 Jahren eine feste Einheit – stammt aus einer Zeile in ›Get It On‹ von T. Rex. Diese Wahl soll laut Def Leppard den Einfluss der Glam-Rock-Ära auf dieses Werk unterstreichen. Und der ist deutlich hörbar auf der ersten Single ›Kick‹ sowie ›Fire It Up‹, ebenso wie natürlich auf praktisch allen bisherigen Alben der Band. Wie schon beim selbstbetitelten Vorgänger steuern auch hier Collen und Elliott den Löwenanteil des Materials bei. Savage ist das einzige andere Mitglied, das in den Autorencredits erwähnt wird, und er stellt den exzellenten Opener ›Take What You Want‹ (mit Elliott als Co-Autor). Ein klassischer Leppard-Track, der auf einem Killer-Riff emporschießt. All die Ohrwurm-Markenzeichen der Herren sind auch danach jederzeit präsent. Besonders stark sind ›SOS Emergency‹, ›All We Need‹, ›Open Your Eyes‹, ›Gimme A Kiss‹ und ›Unbreakable‹ – echte Stadion-Crowdpleaser in bester Leppard-Tradition.

Doch es gibt auch einige Überraschungen. Zum einen die Menge an Songs – 15 Tracks sind ein neuer Rekord für die Band –, und mit 61:30 Minuten ist es auch fast ihre längste Platte (HYSTERIA von 1987 war nur eine Minute länger). Auf jeden Fall wird man feststellen, dass DIAMOND STAR HALOS einen richtigen Fluss hat – das Sequencing funktioniert perfekt über vier Seiten Vinyl. Ob es nun als solches konzipiert wurde oder nicht: Am besten sollte man es als Doppelalbum betrachten – drei Seiten, die jeweils mit drei Rockern beginnen und in gemächlicherem Tempo enden, bevor die kürzere vierte Seite dann das Muster ablegt und mit einem Highlight aus Savages Feder endet, dem epischen ›From Here To Eternity‹, das mitunter an Pink Floyd erinnert. Die vier Tempowechsel-Tracks glänzen derweil alle mit Gaststars. Robert Plants Muse Alison Krauss singt auf den beiden Quasi- Country-Nummern ›This Guitar‹ und ›Lifeless‹ von

Collen respektive Elliott. Dramatischer ist der Einsatz von Bowies Pianist Mike Garson auf ›Goodbye For Good This Time‹ und ›Angels (Can’t Help You Now)‹, zwei großen Balladen, verfasst vom Frontmann, mit Streichern und feinen Gitarrensoli, einmal akustisch, einmal elektrisch. DIAMOND STAR HALOS war zwei Jahre in der Mache und scheint ambitionierter zu sein als die letzten Leppard-Werke. Die Band hat sich ganz klar länger Gedanken darüber gemacht und uns reich beschenkt. Was zu viel des Guten sein könnte, doch tatsächlich ist dies zweifellos das beste Album, das dieses Line-up je gemacht hat.

8 von 10 Punkten

Def Leppard
DIAMOND STAR HALOS
UNIVERSAL

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