DAVE STEWART – Kreuz und quer durchs Œuvre

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DAVE STEWART – Kreuz und quer durchs Œuvre

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Dave StewartIn Zeiten allgegenwärtiger sozialer Netzwerke bleibt ja ohnehin nicht mehr allzu viel verborgen, oder? Den Rest besorgt die NSA. Da mutet es fast schon anachronistisch an, wenn eine gestandene, zumindest in der Vergangenheit gewissen Schwelgereien nicht gerade abgeneigte Pop-Legende wie Dave Stewart im zweiten Song ihrer Zweistundenshow im Frankfurter Gibson mit Chuzpe um die vollbärtigen Mundwinkel bekennt: ›Drugs Taught Me A Lesson‹, einer von immerhin vier Songs aus dem nagelneuen Album LUCKY NUMBERS. Wenn der 61 Jahre alte Brite mit Wohnsitz Los Angeles dann noch aus gleichem Werk die wohl nur rhetorisch gemeinte Frage ›What’s Wrong With Me?‹ folgen lässt, darf sich auch der letzte Konzertbesucher sicher sein: Ein vergnüglich gemütlicher Abend mit jenem Allroundtalent im kanari- engelben Anzug von Nudie’s und schwarzem Voodoo-Zylinder, das u.a. für Mick Jagger, Tom Petty, Bryan Ferry, Joss Stone und Ringo Starr komponierte wie produzierte, gilt als garantiert.

Souverän kreuz und quer durchs Œuvre schippert Mr. Stewart mit kompetentem achtköpfigem Ensemble. Gleich vier stimmgewaltige Chordamen röhren zu seiner Linken. Wechselweise dürfen die Damen einspringen, wenn fünf Evergreens von den Eurythmics auf dem Programm stehen: Beim balladesken ›Here Comes The Rain Again‹ darf Saint Lu ran. Für den manischen Gospel ›Missionary Man‹ springt Kaya ein. Im verrockten ›Would I Lie To You‹ schlägt Vanessas große Stunde. ›Sweet Dreams‹ in ziemlich gewöhnungsbedürftiger Disco-Version sowie die finale Soul-Zugabe ›Sisters Are Doing It For Themselves‹ teilen sich die Ladys schwesterlich untereinander auf. Derweil wandelt Dave Stewart samt antiker Gitarrenmodelle als Pop-Chamäleon durch 20 Songs: ›Beast Called Fame‹, ›The Kiss Of Your Life‹ und ›What The World‹ zitiert schnörkellos die Glanzzeiten der Rolling Stones. Mit solistischen Impressionen im Stil von Jimi Hendrix lockert der akustische Shuffle ›Heart Of Stone‹ auf. Bliebe noch zu erwähnen, dass es sich beim geradezu ekstatisch in seine Gesangspassagen einbringenden Chorgirl Kaya um Stewarts 13 Jahre alte Tochter handelt. Im Schlepptau von Papa absolviert sie offenbar ihr Künstlerpraktikum. Besser als Kandidat bei „DSDS“ oder „The Voice Of Germany“ ist das allemal.

Text:
Michael Köhler

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