Das letzte Wort: Chris Robinson

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Das letzte Wort: Chris Robinson

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SHAKE YOUR MONEY MAKER von den Black Crowes ist inzwischen stolze 30 Jahre alt und dieser Umstand hat mit den Anstoß dazu gegeben, dass die ewigen Streithähne Chris und Rich Robinson Ende 2019 ihr Kriegsbeil begraben und die Krähen reformiert haben. Anlässlich des Releases der Jubiläums-Edition des Meilensteins und der hoffentlich bald möglichen Reunion-Tour zum Album blickt Chris Robinson zurück auf die Anfänge der Black Crowes.


SHAKE YOUR MONEY MAKER ist jetzt offiziell ein Oldie. Wie fühlt sich das an?
(lacht) Ich sage mal so: Lieber ein Oldie als nichts, oder? Es ist ein bisschen seltsam, aber am Ende ist es ein großes Geschenk, dass ich seit so langer Zeit Musik machen darf und heute noch über etwas sprechen kann, das wir vor 30 Jahren erschaffen haben. Das ist ziemlich cool.

Wie denkst du 30 Jahre später über euer Debüt?
Rich und ich haben uns wieder angenähert und SHAKE YOUR MONEY MAKER war der Hauptgrund dafür. So sehr wir uns auch oft gestritten haben, bei diesem Album sind wir einer Meinung: Es ist eine ganz besondere Platte, die in einer ganz besonderen Zeit aufgenommen wurde. Auch heute noch spüre
ich jedes Fitzelchen an Leidenschaft und Liebe, das da hineingeflossen ist.

Ist die Platte gut gealtert?
Auf jeden Fall. Rückblickend war SHAKE YOUR MONEY MAKER sehr anders für diese Zeit. Es war kein Metal, kein Glam, kein Grunge. Wir mochten damals eben die Stones, AC/DC und die Faces, den Klang dieser Gitarren. Es war keine Intention dahinter, wir haben einfach nach der Musik gesucht, in der wir alles vermengen können, was wir liebten. Und das war der Rock’n’Roll. Er ist die dreckige Promenadenmischung unter den Genres. Außerdem: Wir dachten damals ja nicht, dass wir noch eine Platte machen würden, deshalb musste diese genau repräsentieren, um was es bei den Black Crowes ging.

Ich finde, SHAKE YOUR MONEYMAKER ist eines der besten Debüts der jüngeren Rockmusikgeschichte …
(lacht) Danke! Damals waren wir nicht so weit, dass wir uns selbst oder dieses Album als besonders angesehen hätten, weißt du. Das Biz war echt hart und wir waren noch unschuldige Kids. Aber irgendwie war uns schon klar, dass wir das Beste abgeliefert hatten, was wir genau zu dieser Zeit zustande bringen hätten können. Als Rich und ich ›Jealous Again‹ schrieben, war der Sound der Black Crowes geboren. Wir hatten schon vorher an Songs gearbeitet, aber mit dem Lied waren die Weichen gestellt. Danach fielen uns ›Sister Luck‹ und ›Twice As Hard‹ ein. Trotzdem kamen wir aus einem Indie-Background,
wir hätten uns niemals erträumt, dass daraus mal eine Art ikonisches Album werden würde.

Verliert man über die Jahre in dem Business an Idealismus?
Ich wurde auf jeden Fall schon mehrmals auf die Probe gestellt. Aber ich sehe das so: Ich war immer ein Außenseiter, die ganze Musik und Kunst, die wir mochten, war für Außenseiter. Wir waren nicht die coolen Kids auf dem Pausenhof. (lacht) Mit fortschreitendem Alter hat sich daran nichts geändert. Ich bin immer noch umgeben von Menschen, die anders sind. Mich inspiriert dieser Irrsinn. Mich inspiriert alles: die Bücher, die ich lese, das Essen, das ich zu mir nehme, die Menschen, die ich treffe. Das ist ein Abenteuer.

Du und Rich versteht euch nach wie vor?
Ja ja, wir verstehen uns gut und sind bereit für eine Tour, wenn das irgendwann mal wieder geht. Wir arbeiten an neuem Material, das George Drakoulias produziert. Das heißt nicht, dass wir eine neue Platte machen, aber wir schreiben und das ist echt schön.

1 Kommentar

  1. Die Black Crows sind für mich leider nicht mehr die selben. Zu viele Unstimmigkeiten in der Vergangenheit, zu viele, Eddie Hawrysch einer der Mitbegründer und Gitarrist Marc Ford sind nicht mehr dabei. Das Line-up der aktuellen Crows kann diese Crow-Sound prägenden Ex-Mitglieder nicht ersetzen. Der Sound der Reunion-Crows wird nie mehr der Alte sein.
    Bei Reunion von Bands, noch dazu wenn wesentliche Musiker fehlen ist für mich persönlich nur der meist scheiternde Versuch an alte Erfolge an zu knüpfen. Es gibt genügend Beispiele für das Scheitern solcher Reunion-Konzepte.
    Für mich sind die auf Hardware gespeicherten mit den jeweiligen Original-Besetzungen eingespielten Songs die einzig legitimen Vermächtnisse dieser Bands. Nostalgie in ihrer besten Form.

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