Das letzte Wort: Bonnie Tyler

Bonnie Tyler 2018 Promo
Bonnie Tyler 2018 © Tina Korhonen
Die Legende besagt, dass mighty Meat Loaf einst Jim Steinmans Powerballade ›Total Eclipse Of The Heart‹ ablehnte. Bonnie Tyler jedenfalls griff daraufhin beherzt zu – und machte die Bombast-Nummer 1983 zum Welthit! Die unverwüstliche Sängerin mit der Reibeisenröhre, geboren 1951 als Gaynor Hopkins in Wales, arbeitete in ihrer Karriere mit re­­nommierten Rock-Größen wie Todd Rundgren, Rick Derringer, mit Musikern von Springsteens E-Street-Band (Max Weinberg, Roy Bittan) und Top-Songwritern wie Desmond Child (Kiss, Bon Jovi, Ae­­rosmith) zusammen.

Jetzt kommt sie mit einem brandneuen Album zurück: Auf BETWEEN THE EARTH AND THE STARS hat die Sängerin, der man die 67 nicht im geringsten anmerkt, wieder Rock-Royalty um sich versammelt, diesmal britische: Rod Stewart, Cliff Richard und Francis Rossi von Status Quo sind am Start, dazu Pop-Legende Barry Gibb von den Bee Gees. Für etwas modernere Klänge sorgt Songwriterin Amy Wadge, die für Ed Sheeran den Hit ›Thinking Out Loud‹ komponierte und dafür gar einen Grammy gewann. Es liegt also auf der Hand: Bonnie Tyler will es nochmal wissen! In Hamburg trafen wir die 80er-Ikone zum Interview.

 

Bonnie oder Gaynor, wie spricht man dich eigentlich korrekt an?
Bonnie ist okay. Das ist ja mein Künstlername. Auf der Bühne bin ich Bonnie Tyler, die Sängerin, der Star. Aber für meinen Mann, meine Familie, meine Freunde bin ich einfach nur Gaynor. Im Privatleben bin ich ganz anders, ziemlich bodenständig und unprätentiös, sagt man.

In diesem Jahr feierst du dein 50. Jubiläum im Showbiz. Wie kamst du damals eigentlich zum Singen?
Durch meine Mutter Elsie. Sie war großer Opern-Fan, hörte die Callas und Caruso, war aber selbst zu scheu, um auf eine Bühne zu gehen. Ich habe dann 1969, mit 17, 18, mit dem Singen angefangen. Unter dem Künstlernamen Sherene Davis bin ich mit Bands in Clubs und Kneipen in und um Swansea in Wales aufgetreten, wo ich herkomme.

Aber erst Mitte der 70er ging deine Karriere richtig los…
Yes! Um 1975 wurde ich von einem Talent­scout namens Roger Bell entdeckt, der mich im Townsman Nightclub in Swansea singen hörte. Roger brachte mich mit den Produzenten Ronnie Scott und David Mackay zusammen. Wir nahmen Demos auf, darunter war der Titel ›Lost In France‹, der 1977 mein erster Hit wurde. Aber meine erste Single ›My My Honeycomb‹ entwickelte sich erstmal zu einem Flop. Da musste ich durch. Naja, auf ›Lost In France‹ folgte ›It’s A Heartache‹ und ich war plötzlich berühmt. In meiner Karriere gab es immer wieder Höhen und Tiefen. Wie bei einer Achterbahnfahrt. Aber ich habe mich nie unterkriegen lassen.

Deutschland ist von jeher ein wichtiger Markt für dich. Kennst du den Spruch: „Keine singt geiler als die Tyler“?
Klar (lacht laut los), den höre bei euch öfter. Geiler heißt doch soviel wie sexy. Finde ich gut. Nettes Kompliment.

Deine Reibeisenstimme kommt aber keineswegs von Whiskygenuss oder Auftritten in verrauchten Clubs…
Nein, dahinter steckt eine ernste Ge­­schichte. 1977, gleich nach dem ersten Hit, hatten sich auf meinen Stimmbändern Knötchen gebildet, ich bekam Probleme, die hohen Noten zu treffen. Ein HNO-Spezialist riet mir zu einer Operation. Sechs Wochen strikte Ruhe und Sprechverbot wurden mir nach der OP verordnet. Nach zehn Tagen hielt ich es nicht mehr aus, ich konnte meinen Mund einfach nicht halten. Und das war’s. Als ich später erstmals wieder ein Musikstudio betrat und lossang, hatte ich plötzlich diese Reibeisenstimme (singt „It’s a Heeeaaartache…“).

Mit BETWEEN THE EARTH AND THE STARS bringst du jetzt dein 17. Studioalbum raus – unterstützt von jeder Menge Rock’n’Roll-Prominenz.
Ich bin sehr stolz auf dieses Werk. Ausgangspunkt des Album war Kevin ­Dun­­ne, der Bassist meiner Live-Band aus den 70er-Jahren. Er kontaktierte mich und meinte, er habe ein paar Songs für mich komponiert. Ich war erst skeptisch, er ist schließlich Bassist und nie als Songwriter aufgefallen. Ich hörte mir seine Stücke an und war hin und weg… bloody hell! ›Hold On‹ ist die erste Single. David Mackay, der vor 40 Jahren bereits ›It’s A Heartache‹ für mich produzierte und auch mit Eric Clapton, Harry Nilsson und Johnny Hallyday im Studio gearbeitet hatte, übernahm die Produktion. Am Ende hatte ich dank guter Connections Gastsänger wie Cliff Richard, Francis Rossi von Status Quo und Rod Stewart am Start. Besonders von Rod bin ich Riesenfan. Manche nennen mich ja auch „weiblicher Rod Stewart“. Mit ihm singe ich ›Battle Of The Sexes‹, über den Kampf zwischen Mann und Frau. Dieses Thema wird ja nie alt. Leider konnten Rod und ich nicht gemeinsam im Studio sein. Als er seinen Part in seinem Homestudio in Essex aufnahm, musste ich für TV-Auftritte in Deutschland sein. Ich hoffe, es kommt bald zu einem persönlichen Treffen.

Im April gehst du wieder auf große Tour…
Große Freude! In Deutschland spiele ich 17 Konzerte, am 23. April geht es los in Ulm. Ich lebe für die Bühne, und ich liebe es, für mein Publikum zu singen. Live zu performen ist schließlich der Grund, warum ich das alles seit 50 Jahren mache.

2 KOMMENTARE

  1. Ich finde die bonni tyler einfach Spitze,habe Sie erstmalsLive
    erlebt,diesenFrűhling imVolkshausZűrich.Einfach toll,wie die bonni das immer noch meistert,nur weiter so.
    madeleine mettlerW’thur

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here