Das letzte Wort: Bonnie Tyler

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Das letzte Wort: Bonnie Tyler

Die Legende besagt, dass mighty Meat Loaf einst Jim Steinmans Powerballade ›Total Eclipse Of The Heart‹ ablehnte. Bonnie Tyler jedenfalls griff daraufhin beherzt zu – und machte die Bombast-Nummer 1983 zum Welthit. Die unverwüstliche Sängerin mit der Reibeisenröhre, geboren 1951 als Gaynor Hopkins in Wales, arbeitete in ihrer Karriere mit renommierten Rock-Größen wie Todd Rundgren, Rick Derringer, mit Musikern von Springsteens E-Street-Band (Max Weinberg, Roy Bittan) und Top-Songwritern wie Desmond Child (Kiss, Bon Jovi, Aerosmith) zusammen. In Hamburg trafen wir die 80er-Ikone zum Interview.

Bonnie oder Gaynor, wie spricht man dich eigentlich korrekt an?

Bonnie ist okay. Das ist ja mein Künstlername. Auf der Bühne bin ich Bonnie Tyler, die Sängerin, der Star. Aber für meinen Mann, meine Familie, meine Freunde bin ich einfach nur Gaynor. Im Privatleben bin ich ganz anders, ziemlich bodenständig und unprätentiös, sagt man.

In diesem Jahr feierst du dein 50. Jubiläum im Showbiz. Wie kamst du damals eigentlich zum Singen?

Durch meine Mutter Elsie. Sie war großer Opern-Fan, hörte die Callas und Caruso, war aber selbst zu scheu, um auf eine Bühne zu gehen. Ich habe dann 1969, mit 17, 18, mit dem Singen angefangen. Unter dem Künstlernamen Sherene Davis bin ich mit Bands in Clubs und Kneipen in und um Swansea in Wales aufgetreten, wo ich herkomme.

Aber erst Mitte der 70er ging deine Karriere richtig los…

Yes! Um 1975 wurde ich von einem Talentscout namens Roger Bell entdeckt, der mich im Townsman Nightclub in Swansea singen hörte. Roger brachte mich mit den Produzenten Ronnie Scott und David Mackay zusammen. Wir nahmen Demos auf, darunter war der Titel ›Lost In France‹, der 1977 mein erster Hit wurde. Aber meine erste Single ›My My Honeycomb‹ entwickelte sich erstmal zu einem Flop. Da musste ich durch. Naja, auf ›Lost In France‹ folgte ›It’s A Heartache‹ und ich war plötzlich berühmt. In meiner Karriere gab es immer wieder Höhen und Tiefen. Wie bei einer Achterbahnfahrt. Aber ich habe mich nie unterkriegen lassen.

Deutschland ist von jeher ein wichtiger Markt für dich. Kennst du den Spruch: „Keine singt geiler als die Tyler“?

Klar (lacht laut los), den höre bei euch öfter. Geiler heißt doch soviel wie sexy. Finde ich gut. Nettes Kompliment.

Deine Reibeisenstimme kommt aber keineswegs von Whiskygenuss oder Auftritten in verrauchten Clubs.

Nein, dahinter steckt eine ernste Geschichte. 1977, gleich nach dem ersten Hit, hatten sich auf meinen Stimmbändern Knötchen gebildet, ich bekam Probleme, die hohen Noten zu treffen. Ein HNO-Spezialist riet mir zu einer Operation. Sechs Wochen strikte Ruhe und Sprechverbot wurden mir nach der OP verordnet. Nach zehn Tagen hielt ich es nicht mehr aus, ich konnte meinen Mund einfach nicht halten. Und das war’s. Als ich später erstmals wieder ein Musikstudio betrat und lossang, hatte ich plötzlich diese Reibeisenstimme (singt „It’s a Heeeaaartache…“).

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