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    Dan Reed

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    Dan Reed

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    dan reedMusik hat, zumindest im besten Fall, immer etwas damit zu tun, dass ein Mensch etwas von sich preisgibt, seine Gedanken und Gefühle offenbart. Daher ist es nur natürlich, dass sich der Sound eines Musikers im Laufe der Jahre entwickelt und verändert – denn mit 16, 17 hat man gewöhnlich eine andere Sicht auf die Welt als mit Mitte 40.

    Dan Reed ist dafür das perfekte Beispiel. Er hat Ende der Achtziger mit seinem Dan Reed Network für Furore gesorgt, bekam schon mit dem Debüt Kritikerlob und konnte große Tourneen absolvieren, unter anderem im Vorprogramm von Bon Jovi und später sogar den Rolling Stones. Eine Band auf dem Sprung nach ganz oben.

    Doch bevor der Aufstieg in den Rock-Olymp richtig beginnen konnte, war es mit dem Höhenflug auch schon wieder vorbei: Obwohl Dan Reed Network zum zweiten Album SLAM ausgiebig touren und ihre Anhängerschar massiv erweitern können, gibt es für das dritte Werk HEAT kaum Unterstützung von Label-Seite. Das bedeutet zur damaligen Zeit: Das Projekt steht vor dem Aus, ohne die treibende Plattenfirmenkraft geht nichts voran, 1993 tourt die Gruppe ein letztes Mal durch Europa, bevor sie schließlich auseinander bricht. Chefkomponist Dan Reed ist am Boden zerstört. Er flüchtet sich in neue Tätigkeitsfelder, versucht sich als Schauspieler und Clubbesitzer, zudem reist er rastlos um die Welt, feiert bis zum Exzess. Erst der Tod seines Vaters rüttelt Reed auf. Er fliegt nach Indien, meditiert und sucht sein Heil fortan in der inneren Ruhe.

    Nach und nach kehrt – inspiriert durch seine Umgebung – die Liebe zur Musik zurück. 2006 schließlich macht Reed ernst, zieht nach Jerusalem und beginnt mit befreundeten Musikern an der Arbeit für seine Scheibe COMING UP FOR AIR, die gerade in Deutschland erschienen ist. Vier Jahre hat es gedauert, bis er sie fertig komponiert und arrangiert hatte – und das hört man dem Werk an. Es ist mit viel Bedacht und Gespür für die richtige Balance zusammengestellt worden, liebevoll und detailliert, feinfühlig und dennoch leidenschaftlich. Allerdings auch weniger rockig, als man das von seinen früheren Werken gewohnt ist – so basieren z.B. viele Stücke auf Akustikgitarren-Melodien. Denn der Dan Reed von damals ist nicht mehr der Dan Reed von heute – das macht schon ein flüchtiger Blick auf die aktuellen Bilder deutlich.

    Doch ganz abstreifen will Reed seine Vergangenheit nicht. Im Gegenteil: Nach COMING UP FOR AIR, dieser zarten, vorsichtigen Rückkehr ins Musikgeschäft, will er Schritt für Schritt mehr wagen. Auch die harten Riffs können und sollen wieder Einzug halten in seine Welt, aber nicht mit brachialer Gewalt, sondern nach und nach. Er will damit den Bogen schlagen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart – und dass das funktioniert, hat er jüngst bei seinen Deutschland-Konzerten bewiesen. Klassiker wie ›Rainbow Child‹ versprühen denselben Charme von Unabhängigkeit und Freiheit wie das aktuelle Material. Und daran, so verspricht Reed, wird sich auch in Zukunft nichts ändern..

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