Dan Baird & Homemade Sin: Frankfurt, Sinkkasten

-

Dan Baird & Homemade Sin: Frankfurt, Sinkkasten

- Advertisment -

Homemade-SinSchweißtreibendes Rock-Vergnügen.

Es ist schon heimelig voll, als Torpedohead den Abend mit ihrem punkigen Rock’n’Roll eröffnen, doch erst bei Dan Baird werden auch die vorderen Reihen intensiv bevölkert. Bereits zu Beginn (›I Dunno‹) machen Baird & seine Homemade Sins klar, dass sie sich fortan stärker dem Rock verschreiben wollen, das Country-Flair der früheren Tage wird dagegen etwas zurückgeschraubt. Zudem legt die Band mehr Wert auf Virtuosität, stellt ihre herausragenden technischen Fähigkeiten gerne ins Rampenlicht. Gitarrenduelle sind an der Tagesordnung, ebenso wie ausladene Soli – so zum Beispiel in ›Crooked Smile‹. Doch das Ganze geht nie so weit, dass die anderen Band-Mitglieder sich langweilen, ganz im Gegenteil. Die Musiker spielen sich gegenseitig die Bälle zu, gehen aufeinander ein und heizen sich und die Stimmung so auf, dass der Schweiß schon nach wenigen Minuten von der Decke und den Shirts tropft. ›Keep Your Hands To Yourself‹, ›Two For Tuesday‹ oder ›Younger Face‹ sorgen für be­schwing­te Laune im Publikum und auf der Bühne. Derart angestachelt, lassen sich Dan Baird & seine Homemade-Crew nicht lumpen und schleu­dern neben eigenen Stücken auch den ein oder anderen Cover-Brocken in die Menge: Ein bisschen Rolling Stones hier, etwas Ray Charles/Humble Pie da, und Linda Ronstadt, Tom Petty, Ramones oder Bruce Springsteen können auch nicht schaden. Das sehen auch die Fans so, die grooven begeistert mit, bei den Neuinterpretationen genauwo wie bei gewohnten Krachern der Marke ›Open All Night‹ oder ›Sheila‹. Doch auch Gefühlvolles wie das bluesige ›Railroad Steel‹ kann überzeugen. Nach rund 110 Minuten sind jedoch die Kraftreserven erschöpft – und ein Blick auf Dan macht deut­lich: Dieser Mann muss ganz dringend sein Shirt wechseln…

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Werkschau: Standardzeit

Über die vergangenen 50 Jahre hinweg haben sichzahlreiche Rockstars an den großen amerikanischenStandards versucht. Aber welche lohnen eingenaueres Hinhören? „Rock’n’Roll...

Blackberry Smoke: Tourverschiebung auf 2023

Eigentlich wollten Blackberry Smoke mit ihrem neuen Album YOU HEAR GEORGIA im Gepäck bereits im Februar 2022 durch Deutschland...

Steve Earle: Lieder vom verlorenen Sohn

Kann es einen traurigeren Anlass für ein Platte geben? Mit J.T. erhalten die Lieder des im August verstorbenen Songwriters...

Mick Taylor: Ein ruhender Stein

Mick Taylor war Mitglied der Rolling Stones zu deren prächtigster Blütezeit. Kollege Slash erklärt die Besonderheit seines oftmals unterbewerteten...
- Werbung -

Video der Woche: The Ronettes ›Be My Baby‹

Heute vor einem Jahr verstarb Produzentenlegende und Schöpfer des Ronettes-Hits ›Be My Baby‹ Phil Spector im Alter von 81...

Judas Priest: Live nur noch zu viert?

Als 2018 bekannt wurde, dass Glenn Tipton aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung kein fester Bestandteil von Judas Priests Live-Line-Up mehr sein...

Pflichtlektüre

Jackson + Sellers: Inspiration vom Tellerrand

Mit Jade Jackson und Aubrie Sellers haben sich zwei...

Video der Woche: Tom Petty And The Heartbreakers mit ›Mary Jane’s Last Dance‹

Das Video zum Song beinhaltete nicht nur eine leblose...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen