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    Chris Shiflett: …Vater sein dagegen sehr

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    Chris Shiflett: …Vater sein dagegen sehr

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    Photo: Andrew Stuart
    Der Foo-Fighters-Gitarrist über sein Gastspiel bei Rush, die Verehrung von Kiss und das Kunststück, Vater sein mit dem Job unter einen (Cowboy-)Hut zu bekommen.

     

    Rund 20 Jahre ist er nun schon ein Foo Fighter, Gitarrist Chris Shiflett, und in dieser Zeit musste er einiges an harter Arbeit leisten, um aus dem ihm auferlegten Schatten zu treten, den Dave Grohl und seine Band auf ihn werfen. Doch nicht, dass Shiflett das so sehen würde, er liebt seinen Hauptberuf.

    Sein zweites Soloalbum, passenderweise HARD LESSONS benannt, geriet zu einer üppigen und weitgreifenden Übung in Country und klassischem Rock’n’Roll. Es mag sein, dass er sich zuerst einen Namen (bei Me First And The Gimme Gimmes) mit Punk- und Ska-Coverversionen gemacht hat, aber sein Herz gehört ganz klar Merle Haggard und vielleicht sogar den Replacements. Es ist schon eine schicksalsträchtige Kreuzung, an der HARD LESSONS es sich gemütlich gemacht hat.

    Wie viel schwerer ist es, eine Band zu leiten, als in einer zu spielen?
    Das gerade sind die besten Shows, die ich je als Solokünstler absolviert habe. Sie geben mir diesen Nervenkitzel: „Oh shit, das ist mein Mikro, das hier ist meine Bühne!“ Und dann es ist doch einfach perfekt.

    Das letzte Mal, als wir dich live sahen, war das mit den Foo Fighters im Rogers Center Baseballstadion in Toronto, und ihr alle saht schon fast absurd entspannt aus.
    Am Ende einer langen Tour neigt jeder dazu, etwas angekratzt zu sein, doch diesmal traf das nicht zu. Ich glaube, das ist ein gigantisch großer Teil des Lebens in einer Band: Man muss auch psychisch damit klarkommen. Es ist eine Sache, live zusammen spielen zu können, aber man muss auch in der Lage sein, mit seinen Bandkollegen zusammenzuleben. Es geht also um die Teamarbeit im Van und in den Hotelzimmern.
    Geddy und Alex von Rush konnten es kaum fassen, wie sortiert ihr alle vor dem Auftritt wart.
    Mit den beiden habe ich ein Foto gemacht und es mit diesem Satz gepostet: „Hey, seht her, ich bin der neue Drummer bei Rush!“ Bemerkenswert an den sozialen Medien ist, dass es tatsächlich Leute gab, die kommentierten: „Oh mein Gott! Glückwunsch!“ Hast du mich mal beim Schlagzeugspielen gehört?! Ich bin nicht der Typ bei den Foo Fighters, der den Job bekäme!

    Dein neues Album HARD LESSONS besitzt diesen echten „Live-im-Studio“-Charakter. Euch ist es darauf einige Male gelungen, die Energie des Augenblicks einzufangen. War das von Anfang an das Ziel für diese Platte gewesen?
    Immer wenn du ins Studio gehst, weißt du nie, womit du rauskommen wirst. Vieles daran hängt auch von deinem musikalischen Unterbau ab. Es gibt da beispielsweise diesen Song namens ›Weak Heart‹, zu dem [Produzent] Dave Cobb meinte: „Lass uns den nach Aero­smith klingen lassen“. Als ich ihn aber mit meinen Jungs probte, meinte einer von ihnen: „Das ist ganz klar eine Kiss-Nummer“. Das war mir gar nicht in den Sinn gekommen, aber so ist es. Ich wuchs als Kiss-Fanatiker auf, das ist nicht zu leugnen.

    Du bist solo unterwegs, du spielst bei den Foos und du hast auch noch deinen eigenen Podcast…
    Und dazu kommt noch, dass ich verheiratet bin, mit drei Kindern – das ist ein eigener Job für sich. Ich habe Glück, dass ich immer Musik machen darf. Das war der Traum. Aber ich sage dir, dieser Bart kommt weniger vom Touren als vom Großziehen der Kinder. Als mein erster Sohn geboren wurde, sah ich aus wie ein High-School-Schüler, jetzt wirke ich wie mein eigener Großvater. Als wäre ich aus einem Grab gekrochen.

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