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Chris Cornell – HIGHER TRUTH

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chris cornellEin ehrenwerter Gentleman.

Seien wir ehrlich: Von seinem letztem Solowerk SCREAM (2009) haben wir uns alle noch nicht wirklich erholt. Anfangs hörte sich die Kooperation zwischen Cornell und Timbaland vielleicht noch interessant an, doch das Ergebnis ließ die meisten dann doch die Nasen rümpfen. Die Stimme des Soundgarden-Sängers wollte irgendwie nicht zu den elektronischen Soundsphären des Produzenten passen. Das Resultat war ein Album voller skurriler und zeitweise nerviger Dancebeats und eher herzlosen Popschnulzen. Dabei hatte er auf CARRY ON (2007) und seinem Solodebüt EUPHORIA MORNING (1999) doch so wundervolle Stücke geschrieben. Zum Glück hat es Cornell bei diesem einen experimentellen Ausflug belassen, und besinnt sich auf HIGHER TRUTH nun wieder auf jene Umgebung, die seine Stimme perfekt in Szene setzt. Die durchgehend akustisch arrangierten Songs sind einfach wunderbar melancholisch und herzzerreißend schön. Beim Opener und der ersten Single ›Nearly Forgot My Broken Heart‹ führt er uns mit flottem Tanzschritt durch seine Gefühlswelt (man beachte besonders den Einsatz des Banjos), bevor es dann in das wehmütige ›Dead Wishes‹ übergeht. Spätestens bei ›Worried Moon‹ hört man unverkennbar die Handschrift von Produzent Brendan O’Brien heraus, der schon Springsteen bei DEVIL & DUST in ein akustisches Gewand hüllte und bei THE RISING und MAGIC an den Reglern saß. Das Titelstück ist eine Hommage an die Beatles, beim Schlusstrack ›Our Time In The Universe‹ erklingen orientalische Streicher. Dass Cornell ein großer Songschreiber ist, steht außer Frage, doch scheint er in den letzten Jahren auch gereift zu sein, denn auf HIGHER TRUTH präsentiert er jetzt sehr erwachsene Kompositionen, die sich an Vorbildern wie Daniel Johnston, Nick Drake oder eben auch dem Boss orientieren.

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