Bob Dylan: Salzburg, Arena (13.04.2018)

Bob Dylan live Salzburg

Zurechtgewiesen

Bob Dylan – so zumindest der von ihm un­­ter großer Hingabe erweckte Eindruck – möchte um keinen Preis gesehen werden: Vermutlich ist der helle Strich über dem schwarzen Piano auf der in Erdtönen und Schwarz gehaltenen Bühne am anderen Ende der Arena ein Ausschnitt seines Gesichts, das zwischen ausladendem schwarzen Krempenhut und schwarzem Anzug herausleuchtet. Was der nobelpreisbestückte Honoratior aber durchaus möchte, ist, angesehen zu werden – dies aber nicht um jeden Preis.

Wer ihn erleben möchte, der – so war es auf die ein oder andere Weise ja schon immer – muss es zu seinen Bedingungen tun: 1. Mobiltelefone, insbesondere diese Smartphones, sind außerhalb der Tasche strengstens verboten. Wer sich nicht daran hält, wird umgehend von einem der ge­­schätzt 100 Aufpasser in der Halle ereilt, zurechtgewiesen und – so wird es zumindest angedroht – zum Verlassen der Veranstaltung bewegt. Richtig so! Da fordert einer seinen verdienten Respekt ein und wir dürfen ein Konzert wieder ganz real genießen. 2. Das Publikum bekommt Dylans Songs. Wie diese aber klingen, bestimmt alleine er: ohnehin klar und ein alter Hut! Und für seine Verhältnisse ist das sowieso ein überaus gefälliger Top-40-Abend mit gnädiger Setlist, herrlicher Band, die streckenweise das Tempo auf einen schmissigen Rhythm’n’Blues- und Rock’n’Roll-Revue-Pegel steigert und mit einem Bob Dylan, der alles erledigt, was er erledigen muss – und das sogar mit einer ganz besonders bei seinen drei Klassiker-Covers perlend gurgelnden und glasklar transparenten Stimme. 3. Bier innerhalb des Konzertsaals ist verboten. Da hört der Spaß auf, dieser bornierte Selbstdarsteller sollte sich was schämen! Gut nur, dass weder Publikum noch Ordner letztere Regel befolgen beziehungsweise durchsetzen, denn so wird der Abend zu einem wahrhaft beeindruckenden Genuss.

Auch Dylan könnte es in der Mozartstadt gefallen haben, immerhin rutscht ihm bei der Schlussverbeugung eine (vielleicht doch nur selbstgefällige, aber) absolut coole Pose heraus. Andächtig lassen dann mehrere hundert Fans das denkwürdige Erlebnis vor der Salzburg Arena zur Performance eines repektablen Dylan-Tribute-Künstlers ausklingen. Der spielt dann auch die Hits – und zwar so, dass man sie erkennt.

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