Blur – BLUR 21

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Blur – BLUR 21

blurEin wahres Wahnsinnspaket – 21 auf einen Streich: Blur legen Zeugnis ab.

Ein Projekt mit Vorbildcharakter. Mit üppigem Inhalt wickelt die Quadratbox BLUR 21 den Werdegang der Brit-Pop-Pioniere Blur von der Wiege bis zum ersten Rücktritt ab: Sieben Studioalben mit jeweils einer Bonus-CD, vier weitere Scheiben mit Obskurem, Rarem und Unveröffentlichtem, drei DVDs mit Tonnen an Clips und Dokus, eine 7-Inch-Vinyl-Single namens ›Superman‹ sowie ein Buch mit Fotos und Interviews stecken in der Wundertüte. Inspiriert von Alternative Rock, Madchester und Shoegazing, starten Damon Albarn (Gesang, Keyboard), Graham Coxon (Gitarre, Gesang), Alex James, (Bass) und Dave Rowntree (Schlagzeug) 1991 mit LEISURE recht unentschlossen. Immerhin Platz 7 in den UK Charts – den Auskopplungen ›She’s So High‹, ›There’s No Other Way‹ und ›Bang‹ sei dank. Neu erfinden sich Blur zwei Jahre später mit MODERN LIFE IS RUBBISH – ein Hauch von The Kinks, The Small Faces und Pink Floyd in der Barrett-Ära umflort britische Schrulligkeiten wie ›Colin Zeal‹, ›Chemical World‹ und ›Pressure On Julian‹. Damon Albarn entwickelt als Texter genialische Züge, die an Ray Davies erinnern. Die Verkäufe bleiben dennoch überschaubar. PARKLIFE bringt den Durchbruch: Blur avancieren zu Popstars auch jenseits der britischen Insel. Vier catchy Hit-Singles ›Girls & Boys‹, ›End Of A Century‹, ›Parklife‹ und ›To The End‹ machen’s möglich. Ein Loblied auf den urbritischen Feiertag ›Bank Holiday‹ findet sich auch. Es kommt noch besser: Programmatisch THE GREAT ESCAPE betitelt, erobern sowohl Album wie Single ›Country House‹ in UK erstmals die begehrte Pole Position. Über ›Stereotypes‹ lassen Blur sich aus – und tönen definitiv nicht wie ein Klischee. Eine Band mit grenzenlosen Fähigkeiten, vor allem, wenn sie schrullige Persönlichkeiten wie ›Ernold Same‹, ›Dan Abnormal‹ und den ›Charmless Man‹ porträtiert. Nichts ist so langweilig wie der Erfolg von gestern, sagen sich Albarn und Co. 1997: BLUR operiert im Spannungsfeld Lo Fi und Noise Rock. ›Song 2‹ explodiert förmlich. ›M.O.R.‹ basiert auf David Bowies ›Boys Keeps Swinging‹. In Richtung Mott The Hoople nickt ›On Your Own‹. Als Beatles-Hommage erweist sich ›Beetlebum‹. 1999 stilisiert sich 13 zum Konzeptwerk rund um Liebe und Freundschaften: ›Tender‹ und ›No Distance Left To Run‹ thematisieren die verflossene Beziehung von Albarn zu Elastica-Sängerin Justine Frischman – bis dahin das Brit-Pop-Traumpaar.
Musikalisch ein Gemischtwarenladen aus Alt und Neu, überzeugt vor allem Elektroniker William Orbits Produktionsstil. Nicht zum Besten steht es um Blur 2003. Graham Coxon überwirft sich mit seinen Kollegen, kollaboriert bei THINK TANK nur auf vier Songs. Stilistisch ein Rundumschlag mit subversiven Seltsamkeiten wie ›Ambulance‹, ›Moroccan Peoples Revolutionary Bowls Club‹ und ›Battery In Your Leg‹, legt es vor allem das zähe Ringen von Blur um Kontinuität, Kameradschaft und Kreativität bloß. Als vorläufiger Karriereabschluss dennoch beachtlich.

LEISURE 6
MODERN LIFE IS RUBBISH 7
PARKLIFE 10
THE GREAT ESCAPE 10
BLUR 10
13 8
THINK TANK 7

 

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