Beth Hart & Joe Bonamassa

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Beth Hart & Joe Bonamassa

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Der unverwüstliche Joe Bonamassa macht diesmal gemeinsame Sache mit einer Rocklady, nämlich Beth Hart. Auf ihrem Album DON’T EXPLAIN widmen sich die beiden mit großer Hingabe der Neu-Interpretation von Soul-Klassikern.

Beth Hart & Joe Bonamassa 2011b @ Mike_PriorIst es nun der Fluch eines überragenden Talents – oder einfach der eines Lebens, das bereits in jungen Jahren so viele Verführungen mit sich bringt? Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Es gab jedenfalls Zeiten, da musste man Angst um Beth Hart haben. Nicht wenige hatten schon begonnen, die Tage zu zählen, bis ihr ein ähnliches Schicksal widerfährt wie Janis Joplin im Oktober 1970 oder erst vor wenigen Wochen Amy Winehouse. Denn es gibt nur Weniges, was die Amerikanerin in ihrer relativ kurzen Karriere noch nicht ausprobiert hat. Drogen, Alkohol, Tabletten und Knast kennt sie jedenfalls. Kurz: Sie liebt den Ritt auf der Überholspur. Dass Beth Hart nicht vollends aus der Spur geriet, hat sie unter anderem ihrem Ehemann und Tourmanager Scott Guetzkow zu verdanken, der sich um sie kümmerte, als sie zu versinken drohte. „Ich weiß nicht, was ich ohne Scotty gemacht hätte“, gesteht sie heute und wird jedes Mal wieder aufs Neue an Guetzkows Fürsorge erinnert, wenn sie den Soul-Klassiker ›Ill Take Care Of You‹ singt.

Die Brook Benton-Nummer ist Teil von DON’T EXPLAIN, einem Album, das Beth Hart mit dem amerikanischen Wundergitarristen Joe Bonamassa aufgenommen hat und das ausschließlich Coversongs beinhaltet. „Ich wollte eine solche Scheibe schon immer machen, aber die Zeit dafür war noch nicht reif“, erklärt die 39-Jährige, „denn Soul war lange Zeit bei Plattenfirmen komplett unerwünscht. Erst seit ein paar Jahren gibt es ein Revival dieser wunderbaren Musikrichtung.“ DON’T EXPLAIN beinhaltet ausnahmslos Stücke, mit denen einst SoulIkonen wie Ray Charles (›Sinner‘s Prayer‹), Etta James (›I’d Rather Go Blind‹), Bill Withers (›For My Friend‹) oder Delaney & Bonnie (›Well Well‹) ihr Publikum verzücken konnten. Dank des geänderten Zeitgeistes im Musikbusiness und Bonamassas Initiative hat Beth Hart die Lieder zu neuem Leben erweckt. „Joe ist ein großartiger Gitarrist und echter Musikkenner. Mir kam zu Ohren, dass er eine eigene Radiosendung hat und dort mitunter auch Stücke meines Albums 37 DAYS spielt. Eines Tages besuchte er in London eine meiner Shows, ich wusste zu dem Zeitpunkt allerdings nicht, dass er im Publikum war. Doch ein paar Wochen später bekam ich einen Anruf seines Produzenten. Er stellte mir das Konzept des Albums vor und fragte mich, ob ich an einer Zusammenarbeit interessiert sei.“

Bonamassa ließ eine sorgsam ausgewählte Liste mit Soul-Klassikern an die Sängerin schicken – mit der Aufforderung, sich fünf davon auszusuchen; er selbst schlug seinerseits fünf Nummern vor. Mit tatkräftiger Hilfe von Tonmeister Kevin Shirley, der eng mit dem Gitarrenwunder verbandelt ist und neben Bonamassas Soloscheiben auch dessen Allstartruppe Black Country Communion produziert, wurde DON’T EXPLAIN in Los Angeles eingespielt. Für Beth Hart ein in jeder Hinsicht sinnliches Vergnügen: „Die Tom Waits-Nummer ›Chocolate Jesus‹ verkörpert für mich pure Erotik“, sagt sie, „aber man kann einen derartigen Song nur wirklich überzeugend singen, wenn man – so wie ich – selbst bereits tollen Sex gehabt hat.“ Ob sie damit ausschließlich ihren Ehegatten Scott Guetz­kow lobt?

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