Ace Frehley: Lost In Space? Fehlanzeige!

Ace Frehley - SPACEMANDas Cover von SPACEMAN erinnert an ein Fotoshooting, das du 1977 oder ’78 mit Barry Levine hattest…
Ja, daher kommt die Idee! Wir konnten leider keinen Thron aus Plexiglas auftreiben, deswegen bastelten wir einen silbernen und schneiderten mir dazu passend diesen Jumpsuit, so wie ich ihn damals eben trug. Mir gefällt die Optik.

Definitiv auffallend! Ich liebe diesen Anzug übrigens. (lacht) Ich hätte gerne auch so einen. Wirst du ihn auf der Bühne tragen?
(lacht) Danke dir! Nein, das war eher so eine Spielerei für das Cover…

Wie viel Prozent deiner Identität gehören dem Spaceman?
Ich bin der Spaceman und werde es immer sein. Auch wenn sich andere anziehen mögen wie ich, das Original ist halt nicht zu toppen. Diese Figur gehört mir, sie entsprang meinem Kopf.

Wirst du deine Faszination für das All jemals ablegen?
Ach, ich war immer schon sehr stark von Science Fiction fasziniert, vom All, vom Mond. Ich habe zwei große Teleskope und in manchen Nächten schaue ich damit einfach zu den Sternen. Das ist eine Verbindung, die ich nicht erklären kann, die ich immer schon hatte und immer haben werde. (kichert)

Die Texte auf SPACEMAN sind ja sehr persönlich. Arbeitest du eigentlich noch am zweiten Teil deiner Autobiografie?
Jap. Ich habe da so einen Ordner mit 25 Seiten, aber noch keine Zeit ge­­habt, mich mal ordentlich damit auseinanderzusetzen. Ende des Jahres werde ich mich mit meinem Verleger zusammentun, aber in nächster Zeit ist einfach sehr viel los. Die Kiss Kruise steht an, ein paar Autogrammstunden in Las Vegas, Live-Gigs, dann muss ich demnächst auch anfangen, ORIGINS VOL II aufzunehmen.

Irgendwas Spezielles für die Kiss Kruise geplant? Reunion-technisch meine ich…?
Ich habe nichts gehört, aber es würde mich nicht überraschen. Ich bin offen für alles, die Fans würden es lieben, aber ich bin mir nicht sicher, ob Tommy Thayer es auch lieben würde. (kichert) Am Ende sollte es eigentlich immer um die Fans gehen, die haben mich schließlich zum Millionär gemacht, das darf man nicht vergessen. (kichert)

Ist Rock’n’Roll eigentlich nüchtern oder betrunken lustiger?
Na ja, nüchtern, weil ich mich hinterher an den Spaß erinnern kann. Ich bin konzentrierter, ich spiele und singe besser. Es gibt tausend Gründe, warum ich so produktiv bin, auch meine tolle Beziehung zu Rachel…

Wo liegt die Quintessenz des Rock’n’Roll für dich?
Schwer zu sagen. Früher war ich ein Fan von Cream, Hendrix und so Zeug, dann gründeten wir Kiss und wir schneiderten uns diese Persönlichkeiten zusammen: Ich wurde Spaceman, Gene wurde zum Monster (lacht) und wir hatten keine Ahnung, dass wir bis Mitte der 70er auf einmal eine der größten Bands überhaupt werden sollten.

Was ist bis heute das, was dich am meisten an der Rockmusik anzieht?
Ach, ich liebe es nach wie vor, zu spielen. Und meine Gitarrenfähigkeiten und mein Gesang sind besser als je zuvor.

Singst du inzwischen lieber als früher?
Ja. Wobei ich mich immer noch nicht als Leadsänger sehe. (kichert) Ich singe eher aus der Not heraus, ich schreibe halt Songs und habe keinen Frontmann, also muss ich das selbst übernehmen. (lacht) Ich bin kein großartiger Sänger, habe nie Unterricht ge­­nommen, genau so wenig wie beim Gitarrespielen, ich bin eine Laune der Natur. (lacht) Aber irgendwie mögen die Leute meinen Stil…

Du bist halt eine markante Persönlichkeit mit markanter Stimme…
Scheinbar möchte Gott wohl, dass ich noch ein wenig auf Erden weile, weil er will, dass ich meine Fans positiv beeinflusse. Bei Signierstunden kommen viele auf mich zu und meinen: „Ace, wegen dir habe ich mit dem Saufen aufgehört!“ Das ist schon ein tolles Gefühl…

Das glaube ich sofort. Gibt es ei­­gentlich irgendeinen seltsamen Fakt über Ace Frehley, den bisher niemand kennt? So etwas wie: Ace, der große Briefmarkensamm­ler?
(lacht laut) Wie, du wusstest nicht, dass ich eigentlich eine Transe bin? (lacht) Kleiner Scherz. Na ja, mein Leben ist ein offenes Buch und wenn ich eins gelernt habe, dann das: Deine Erinnerungen sind nur so krank wie deine Geheimnisse. Das habe ich aus meinem Entzug mitgenommen. In meiner Biografie rede ich über all die verrückten Dinge, die Drogen, den Alk, die Frauen. Wie das eben bei den meisten Rockstars so war. Paul und Gene waren nie große Partykanonen, ich meine, Gene ist halt sexsüchtig… (kichert)

Oh ja, das hat inzwischen die Runde gemacht! (kichert jetzt auch)
Wir waren alle wild, aber Gene! Wir hatten nach den Shows einen Raum, wo die ganzen Groupies hingeschickt wurden. Ich nahm mir eine Hübsche mit aufs Zimmer, fertig. Aber Gene kam jede Stunde zurück und holte sich eine Neue! (Autorin und Ace lachen laut)

Gibt es irgendwas, was du richtig vermisst an deiner Zeit mit Kiss?
Ach, ich denke, ich musste ein wenig Abstand zu Kiss gewinnen, damit sich alle Wogen glätten konnten. Und seit ’78 habe ich gemerkt, dass ich ohne Paul und Gene kreativer bin. Ich musste meinen eigenen Weg gehen. Ich bin jetzt nüchtern und auf dem richtigen Pfad, alles sieht hell und einladend aus. Ich bin 67, aber irgendwie am Höhepunkt meiner Kräfte. Ich versuche, nicht in der Vergangenheit zu schwelgen, sondern in der Gegenwart zu bleiben und dabei in die Zukunft zu schauen. Das ist eine gute Art, das Leben zu leben…

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