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Tangerine Dream – ZEIT / ATEM

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Tangerine Dream - ZeitElektronische Meditationen: der Atem der Zeit.

Schon auf dem Debüt ELECTRONIC MEDITATION wagen Tangerine Dream 1970 das Unmögliche: „Die akustische Darstellung eines Raumes zwischen Geburt und Tod, die Wärme im Wesenskern eines Menschen und sein Verhältnis zum Leben nach dem Tod“, lautet die esoterische Umschreibung von Grün-der und Chef Edgar Froese. Der Beginn eines außergewöhnlichen Experiments, das anfänglich noch mit herkömmlichen Instrumenten und Hang zur Kakophonie inszeniert wird.

Ähnlich wie den etwa zeitgleich gestarteten Kollegen von Kraftwerk, Can und Amon Düül II gelingt den Berlinern ein innovatives und unverwechselbar eigenwilliges Klangkonzept, das nicht nur ein neues Genre definieren wird, sondern auch mehrere Meilensteine abwirft. Tangerine Dreams Verkleinerung auf Trio-Größe mit Froese, Christoph Franke und Peter Baumann zieht die Reduzierung auf Synthesizer, Klanggenerator, Gitarre und diversen Keyboards nach sich.

Wiederum auf Rolf-Ulrich Kaisers Ohr-Label und im Kölner Studio von Dieter Dierks entstanden, assistieren für das dritte Werk ZEIT Gäste wie Florian Fricke von Popol Vuh, Ex-Tangerine Steve Schroyder und das Cologne Cello Quartet. Ursprünglich auf vier LP-Seiten verteilt, spulen sich spartanisch arrangierte Instrumentals in Überlänge mit aus Perry-Rhodan-Heftchen abgeschauten Science-Fiction-Titeln wie ›Birth Of Liquid Plejades‹, ›Nebulous Dawn‹, ›Origin Of Supernatural Probabilities‹ und ›Zeit‹ ab. Auf der Bonus-CD der EXPANDED EDITION befindet sich das ›Klangwald Concert‹, aufgezeichnet am 25. November 1972 im Sendesaal des WDR. Aufführungen von ZEIT führen die Band europaweit überwiegend in gotische Kathedralen.

ATEM, im Trio abermals in Dierks Studios unter vermehrtem Einsatz eines Mellotrons eingespielt, weckt mit den in Tempo und Atmosphäre recht unterschiedlichen Kompositionen ›Fauni-Gena‹, ›Circula-tion Of Events‹, ›Atem‹ und ›Wahn‹ das Interesse des britischen Radio-DJs John Peel. Durch Peels Protegierung wird es in seiner Jahresliste zum „Album Of The Year“ gekürt. Für die zweite CD wurde ein Mitschnitt vom 29. November 1973 in der Berliner Deutschlandhalle ausgegraben. Nur wenig später sollten Tangerine Dream dann bei Richard Bran-sons noch jungem Label Virgin einen Vertrag unterzeichnen, der den internationalen Durch-bruch mit den Alben PHAEDRA und RUBYCON beschert.

ZEIT: 9
ATEM: 9

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