White Lies

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White Lies

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Auf ihrem zweiten Album RITUAL kultivieren die Londoner die Lust am Mor­biden. Dabei schweben sie karrieretechnisch auf Wolke 7. Laut Sänger Harry McVeigh kein wirklicher Widerspruch.

Harry, wie hat sich euer Leben verändert, seit ihr so erfolgreich seid?
Eigentlich kaum. Wir haben keine Mons­ter-Egos entwickelt, keine Überdosis Dro­gen genommen und keinen Entzug hin­ter uns. Wir sind einfach ein bisschen erwachsener geworden – auch musikalisch.

Und scheinbar viel Nine Inch Nails gehört.
Ohne Zweifel! (lacht) Was auch daran liegt, dass Alan Moulder, unser Produzent, ja auch The Fragile betreut hat. Eines der bestklingenden Alben aller Zeiten. Das hatte sicher großen Einfluss auf uns.

Was dabei hilft, die unliebsamen Vergleiche mit Interpol, Joy Division & Co. abzustreifen, die euer Debüt evoziert hat?
Wir werden bestimmt auch diesmal mit ihnen verglichen. Selbst wenn wir das eigentlich hinter uns gelassen haben und eh nie viel mit diesen Bands zu tun hatten. Aber auf dem zweiten Album sind definitiv einige Songs, bei denen sich keine Beziehung zu dieser Art von Musik aufbauen lässt. Und das gefällt mir.

Welche heidnische oder mystische Botschaft verbirgt sich hinter RITUAL?
Musik sollte etwas Mystisches haben. Dabei umschreibt der Begriff natürlich auch Profanes. Etwa die Tatsache, dass jeder irgendwelche Rituale hat. Die können zum Beispiel darin bestehen, jeden Tag von der Arbeit nach Hause zu kommen, den Fernseher einzuschalten und auf der Playstation zu zocken. Aber das Ganze hat genauso mit Liebe, Beziehungen und Religion zu tun.

Dabei seid ihr passionierte Atheisten…
Das sind wir wirklich. Wobei wir unsere Position aber niemandem aufzwingen. Und wir kritisieren die Religion ja auch nicht. Es ist eher so, dass Charles, unser Hauptsongwriter, sehr an diesem Thema interessiert ist. Und zwar aus der Perspektive des Beobachters, der in seinen Songs einfach kommentiert.

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