Van Morrison – ASTRAL WEEKS/HIS BAND AND THE STREET CHOIR

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Van Morrison – ASTRAL WEEKS/HIS BAND AND THE STREET CHOIR

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van morrison astral weeksZwei Alben aus dem famosen Frühwerk in erweiterten Editionen.

Mit Them landete Van Morrison Mitte der 60er einige Achtungserfolge, ›Gloria‹, ›Here Comes The Night‹, das Bob Dylan-Cover ›It’s All Over Now, Baby Blue‹. ›Brown Eyed Girl‹ bescherte dem aufstrebenden Songwriter eine Top-Ten-Platzierung in den Billboard Hot 100. Er war bereit für sein erstes großes Albumwerk – es wurde ein Meisterstück. Aufgenommen innerhalb weniger Tage in New York, ist ASTRAL WEEKS bis heute die wildeste, poetischste Platte des Nordiren. Im Herbst 1968 holte er sich drei Jazzkönner ins Studio: Bassist Richard Davis, der bereits mit Miles Davis gearbeitet hatte, Gitarrist Jay Berliner, Begleitmusiker von Charles Mingus, und Drummer Connie Kay, Mitglied des Modern Jazz Quartet. Morrison ließ den Musikern freie Hand, sie sollten spielen, was sie fühlten. Heraus kam ein improvisatorischer Mix aus stürmischem Jazz, Blues, R’n’B, Folk, Soul und irischen Sounds, voll unerwarteter Wendungen und grenzenlosen melodischen Reichtums. ASTRAL WEEKS ist ein musikalischer Stream Of Consciousness. Morrison singt von Kindheitserinnerungen, von Erlösung, von der Liebe, vom Leben, von allem – flehend, verletzlich, aufbrausend, rauschhaft. Bisweilen driftet er ab in quasi-dadaistische Passagen im Stil von „The love’s to love the love’s to love the love’s to love…“. Kurz: Die Platte verweigert sich jeglichen Konventionen und Genre-Zuschreibungen. „Jede Bestenliste ist undenkbar – und wertlos – wenn sie nicht dieses Album enthält“, schreibt Cory Frye völlig zurecht in den neuen Liner-Notes. In der vorliegenden remasterten Ausgabe gibt’s als Zugaben die allererste Aufnahme von ›Beside You‹, längere Versionen von ›Ballerina‹ und ›Slim Slow Slider‹ sowie eine Fassung von ›Madame George‹, bei der das Vibraphon im Vordergrund steht.

Die Stücke auf HIS BAND AND THE STREET CHOIR ( 1970) fügen sich mehr ins klassische Popsong-Format – zugunsten des Hitpotenzials. ›Domino‹ ist eine unwiderstehliche R’n’B-Explosion mit Gute-Laune-Garantie. Es folgen Uptempo-Nummern wie ›Give Me A Kiss‹, ›Sweet Jannie‹ und ›Call Me Up In Dreamland‹. Für Auflockerung zwischendurch sorgen die Akustikballaden ›I’ll Be Your Lover, Too‹ und ›Virgo Clowns‹ – bevor mit ›If I Ever Needed Someone‹ und ›Street Choir‹ zwei warme, sehnsuchtsvolle Soulperlen den Schlusspunkt setzen. Die Lyrics sind insgesamt einfacher gehalten als auf ASTRAL WEEKS, Morrisons Stimme klingt kraftvoller denn je. HIS BAND AND THE STREET CHOIR kommt mit fünf Bonustracks daher, darunter ein ungeschliffenes ›Give Me A Kiss‹ ohne Piano, Bläser und Backing-Vocals sowie ein funkinspiriertes ›I’ve Been Working‹. Musik für die Seele.

Van Morrison
Rhino/Warner Music
ASTRAL WEEKS: 10/10
HIS BAND AND THE STREET CHOIR: 8/10

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