Titelstory: Die Wiederauferstehung von AC/DC

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Titelstory: Die Wiederauferstehung von AC/DC

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Als Elliott Johnson zum ersten Mal traf, in einer Hotellobby vor der Show in New York, schien ihm das Gespräch etwas eigenartig. „Brian war ja schon ein Veteran. Geordie hatten Anfang der 70er ein paar Hits gehabt, danach war er dann jahrelang durch die Clubs im Nordosten gezogen. Das war aber einer seiner ersten Auftritte in den Staaten, während ich schon einen Haufen Shows dort gespielt hatte. Er nahm mich also beiseite und sagte: ‚Was zur Hölle soll ich hier tun?‘ Ich war nur ein Junge, der noch sein Handwerk erlernte, aber ich sagte ihm: ‚Sei einfach du selbst, Mann. Das ist alles, was du tun kannst‘“.

Als Elliott sich dann den Auftritt von AC/DC vom Bühnenrand ansah, hatte er immer noch seine Zweifel, ob Johnson es draufhatte. „In Bon Scott hatten sie diesen frechen Motherfucker gehabt, nackter Oberkörper, Attitüde noch und nöcher. Und dann ist da dieser Typ, der aussieht wie fucking Andy Capp! Mein erster Eindruck war: ‚Hmm, ich bin mir da nicht sicher‘. Doch wie sich dann herausstellte, war Brian perfekt für diese Band und vielleicht der Einzige, der es konnte. Er hatte die Stimme dafür. Und diese Platte – sie war einfach umwerfend.“

BACK IN BLACK wurde sofort zum Hit. Zwei Wochen nach der Veröffentlichung stand es in Großbritannien auf Platz 1. Die erste Single, ›You Shook Me All Night Long‹, schaffte es in den britischen wie den amerikanischen Charts in die Top 40 und in Australien in die Top 10. Anfang Oktober, am Ende der Nordamerika-Tournee, hatte die Platte in den USA bereits Platinstatus erreicht und hielt sich für unfassbare 13 Monate in den „Billboard“-Top-10.

Der Terminkalender in Nordamerika war gnadenlos gewesen – 64 Konzerte in drei Monaten –, und es gab keine Atempause. Am 19. Oktober, nur acht Tage nach der letzten Show in den USA, begann die UK-Tour in der Colston Hall in Bristol. Die Nachfrage war so groß, dass es sechs ausverkaufte Konzerte allein in London gab: je drei im Hammersmith Oden und im Apollo Victoria Theatre. Zu der Zeit war ›Rock And Roll Ain’t Noise Pollution‹ der bislang größte Hit im Land für die Band und erreichte Platz 15. Und man las, dass die Platte in den USA 10.000 Käufer pro Tag fand.

Am 4. Dezember, als AC/DC in Essen spielten, wurde dann das Ende der größten Rockband des Planeten bestätigt. Led-Zeppelin-Schlagzeuger John Bonham war sieben Monate nach Bon Scott am 25. September 1980 gestorben – unter ähnlichen Umständen. Bonham war ein schwerer Trinker gewesen und starb im Schlaf im Haus von Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page nach Proben für eine USA-Tournee. Die offizielle Untersuchung ergab, dass Bonham sich übergeben hatte und erstickt war, nachdem er ca. 40 Kurze innerhalb von 24 Stunden konsumiert hatte. Mit 32 war Bonham ein Jahr jünger als Scott gewesen.

Für Led Zeppelin gab es kein Zurück. Sie ließen verlautbaren: „Wir möchten bekanntgeben, dass der Verlust unseres lieben Freundes und das tiefe Gefühl ungeteilter Harmonie zwischen uns und unserem Manager uns zu dem Entschluss gebracht haben, dass wir nicht so wie bisher weitermachen können“.

Im Gegensatz dazu hatten AC/DC den Tod von Bon Scott überwunden, um größer als je zuvor zu werden. Nach den letzten Europashows und vier weiteren in Japan Anfang Februar 1981 kamen schließlich noch die letzten und wichtigsten der „Back-In-Black“-Tour: AC/DC kehrten zurück an den Ort, wo alles begonnen hatte.

Sie kamen in Australien an, begleitet von Schlagzeilen in den Tageszeitungen. Was Johnson zuvor gesagt hatte – dass er fühlte, dass Bon eine schützende Hand über ihn hielt –, wurde in den klassischen Sensationalismus der Regenbogenpresse übersetzt. Wie Malcolm Young 2003 sagte: „Als wir zum ersten Mal mit Brian nach Australien zurückkamen, lautete ein Schlagzeile: ‚Brian spricht mit Bon!‘ Sie wollten einfach etwas auf der Titelseite, das sich verkaufen würde. Es war ziemlich schwer für ihn, damit fertigzuwerden“. Doch für die Band war all das nichts Neues. Wie Angus sagte: „Als Brian bei uns einstieg, gab es einen Haufen Leute, die behaupteten, sie hätten mit einem Ouija-Brett Kontakt mit Bon aufgenommen“.

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