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    The Weight im Interview: Das Zünglein an der Waage?

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    The Weight im Interview: Das Zünglein an der Waage?

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    The WeightOptimistisch werfen die Österreicher von The Weight ihr selbstbetiteltes Debüt in die Waagschale des
    Retro-Rock und wollen so wieder mehr Balance in dessen verschobenes Gleichgewicht bringen.

    Treffen sich drei Vorarlberger und ein Burgenländer in Wien…Was nach dem faden Anfang eines noch faderen Witzes klingt, ist in Wirklichkeit der Beginn einer vielversprechenden (Band-)Ge­­schichte. Bestens gelaunt plaudert Sänger und Organist Tobias über The Weight und bedient sich dabei einer nur sanft dialektal getönten Sprache, sodass sich die Befürchtungen der Autorin bezüglich möglicher Verständnisbarrieren (Vorarlbergerisch ist eine ganz eigene Angelegenheit) als völlig unbegründet erwiesen.

    Doch genug des Dialekts und zurück zur Band: 2014 fanden sich die vier Mitglieder in ihrer aktuellen Formation in Wien zusammen und veröffentlichten noch im selben Jahr die EP KEEP TURNING. Das erste Studioalbum folgte 2017 nach fast dreijähriger Veröffentlichungspause. Tachiniert (für Piefkes: gefaulenzt) hätte das Quartett in dieser Zeit jedoch keineswegs: Zu Verzögerungen führte unter anderem der etwas holprige Aufnahmeprozess des Debüts. Erst als sich The Weight einvernehmlich von ihrem damaligen Produzenten trennten und in ihr Homestudio zurückkehrten, kam wieder reibungsloser Flow in das Vorhaben: „Das waren einfach unterschiedliche musikalische Auffassungen. Letzten Endes eine Geschmacksfrage und eine Frage der Arbeitstechnik.“

    Ohne Einflüsse von Außen vollendete die Band schließlich ihr Album: „Wir hatten komplette Narrenfreiheit. Das war eine super Erfahrung.“ Nachhaltig bestärkt von diesem positiven Erlebnis wurde entschieden, auch in Puncto Veröffentlichung und Vertrieb auf größtmögliche Freiheit zu setzen und das eigene Label „Heavy Rhythm’n’Roll Records“ zu gründen. Der Name spricht für sich. Wie viele andere Bands aktuell setzen auch The Weight auf die Schiene des Retro Rock. Ihre Liebe zur musikalischen Vielfalt der 60er und 70er sowie Ikonen wie The Who würde ihnen gar keine andere Wahl lassen.

    Das verdeutlicht auch das aufwändige Video zur Single ›Trouble‹, das in Form einer Schnitzeljagd einmal quer durch den Acker der wichtigsten Albumcover der Rock’n’Roll-Historie pflügt. So positiv der Frontmann die Beliebtheit von Retro Rock einerseits bewertet – schließlich beschert diese Tendenz auch seiner Band Aufmerksamkeit – so stört er sich andererseits auch an Ungleichgewichten innerhalb der Szene: „Oft wird auf den Stil sehr viel Wert gelegt: Man bemüht sich darum, entsprechend gekleidet zu sein, einen spezifischen Sound zu erreichen, sich eine Attitüde zuzulegen, die dem Bild eines ‚Retro-Rockers‘ entspricht. Das hat seine Berechtigung, aber manchmal finde ich das ein wenig oberflächlich.“

    An erster Stelle stehe schließlich ganz klar die Musik: „Am Ende geht es einfach um gute Songs und darum, diese so zu interpretieren, dass sie bei den Menschen ankommen.“ Genau das haben sich The Weight schon immer zu Herzen genommen. Inwiefern sie damit das Zünglein an der Waagschale des nostalgischen Rock’n’Roll markieren können, bleibt abzuwarten.

    Die bandinterne Basis jedenfalls scheint zu stimmen: „George Harrison hat einmal über die Beatles gesagt – ich weiß, Vergleiche mit den Beatles sind immer schwierig (lacht) – das Taxi konnte nicht losfahren, bis alle vier im Auto gesessen sind. Und so ist es bei uns auch. Ich möchte keinen meiner Bandkollegen missen.“ In einer solch harmonischen Vereinigung ist für Querelen und Diva-Allüren natürlich kein Platz… „zumindest noch nicht“, lacht der Sänger.

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