-

The Dead Weather – SEA OF COWARDS

■

DeadWeatherDer White Stripes-Chef mit widerspenstigem Blues- und Garagen-Rock, der gerade nicht auf den Dancefloor will.

Ein beachtliches Tempo legen die Herrschaften vor: Album Nummer zwei nur knapp zehn Monate nach dem Release des Debüts. Aber was soll man machen, wenn die Ideen sprudeln und die White Stripes wie auch die Queens Of The Stone Age bald ins Studio gehen, die nächstmögliche Veröffentlichung der jetzt aktuellen Songs sich folglich um zwei Jahre verschoben hätte? Eben, drum: auf den Markt damit.

Danke dafür, denn SEA OF COWARDS rumpelt so rotzfrech und verquer daher, dass das Ohropax qualmt und sich kräuselt. Ultimative Hits aka Tanzflächenfüller? Fehlanzeige. Jedoch begeht genau jener einen Fehler, der nach ihnen sucht. Schließlich ist nicht überall, wo Jack White draufsteht, eine ›Seven Nation Army‹ drin (vor allem wenn dieser „nur“ am Drumset sitzt). Bei den falschen Erwartungen an den Erstling, HOREHOUND, lag dieser Hund bereits begraben. Aber The Dead Weather sind viel mehr als die dritte Band des White-Stripes-Chefs und Bond-Song-Schreibers. Das Licht der übrigen Mitglieder der Nashviller Garagen-Rock-Formation wurde dadurch unter den Scheffel gestellt. Auf SEA OF COWARDS kristallisiert sich nun heraus, dass der hauptamtlich bei den Queen Of The Stone Age beschäftigte Gitarrist Dean Fertita den größten Input liefert (ohne der The-Kills-Frontfrau ­Alison Mosshart und Raconteurs-Basser Jack Lawrence damit zu nahe treten zu wollen). Vieles erinnert an die letzte Queens Of The Stone Age-Platte, auch an Them Crooked Vultures und Led Zeppelin.

Im Gegensatz zu jenen Blues-Rock-Ikonen, die gerne mal voll aufs Gaspedal drücken und unverhohlen gerade Kopfnicker-Riffs raushauen, bleibt es bei The Dead Weather im verspielten Bereich. Licks beherrschen weitgehend das Geschehen, hier und da sorgen elektronische Sperenzchen für etwas Abwechslung. Etwas mehr Song-Orientierung und vielleicht mal ein unwiderstehlicher Refrain wären nicht verkehrt. Aber da sind sie schon wieder: die falschen Erwartungen.

- Advertisement -

Weiterlesen

Lebenslinien: Zakk Wylde

Er spielte jahrelang Gitarre für Ozzy und hörte sich endlose Geschichten von ihm und Lemmy an. Er war im Himmel, als er Elton John...

Endlich am Kiosk & ab sofort im Online-Shop erhältlich: Die neue Ausgabe von CLASSIC ROCK!

TITELSTORY: Pink Floyd – The Wall Tour Ein Meisterwerk auf der Bühne, aber ein Machtkampf hinter den Kulissen. Wie Gigantomanie, finanzielle Debakel und interne Spannungen...

IN MEMORIAM PHIL LYNOTT

40 Jahre nach seinem Tod sprechen Scott Gorham, Eric Bell, Mark Stanway, Laurence Archer und andere über den Bandkollegen und Freund, den sie kannten...
- Advertisment -