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The Afghan Whigs: Die Flucht nach vorn

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The Afghan Whigs: Die Flucht nach vorn

Text: Tobias Wullert

„Wir waren sehr gute Freunde, gingen zusammen zu Basketballspielen, aßen zusammen zu Abend oder gingen wandern. Ich liebte Mark absolut.“ Das neue Jahr begann für Greg Dulli mit einem Schock. Im Februar 2022 verlor er mit Mark Lanegan nicht nur einen seiner besten Freunde, sondern auch einen kongenialen musikalischen Sparringpartner. Sie teilten sich bei Twilight Singers und Gutter Twins das Mikro und Lanegans unverwechselbar sonore Stimme ist auf zwei Songs des aktuellen Albums zu hören.

Auch der Titel, HOW DO YOU BURN?, stammt aus einem Gespräch zwischen Dulli und Lanegan. Frei übersetzt fragte ihn der ehemalige Screaming-Trees-Sänger eines Tages „Für was brennst du? Was turnt dich an?“ Der Kopf der Afghan Whigs hatte darauf eine klare Antwort: „Platten aufnehmen, das turnt mich an “, sagt Greg, der schon als Teenager in Hamilton, Ohio anfing, Songs zu schreiben. „Meine Inspiration ist ziemlich einfach. Ich liebe es, Songs zu schreiben. Eine leere Seite fordert mich heraus und es fasziniert mich, dass aus dem
Nichts etwas entsteht.“ Ein Thema zieht sich wie ein roter Faden durch HOW DO YOU BURN? „Wenn ich das Album im Nachhinein höre, stellt es für mich eine Flucht dar. Es gab dieses seltsame Gefühl der Unsicherheit. Angst und Verwirrung. Und zu dieser seltsamen Zeit ein Album zu machen, war ein Weg, all dem zu entkommen.“ Beim Opener ›I’ll Make You See God‹ steigen die Afghan Whigs gleich zu Beginn aufs Gaspedal. „Es ist einer dieser Songs, die sagen, ,Geht mir aus dem Weg‘, und die einzige Stelle, wo man ihn platzieren konnte, war ganz am Anfang.“

Aufgrund der Pandemie entstand das Album in unterschiedlichen Studios. „Wir waren nicht alle getrennt, ich, Patrick Keeler und Christopher Thorn waren im selben Studio.“ Für Dulli war diese Situation nicht ganz neu, POWDER BURNS von den Twilight Singers wurde ebenfalls remote aufgenommen. Damals lebte Dulli in New Orleans und die Stadt war durch die Folgen des Wirbelsturms Katrina von der Außenwelt abgeschnitten. „Damals kamen nicht viele Leute rein oder raus aus New Orleans und ich musste meine Tracks übers Internet verschicken.“ Neben Lanegan griff auch Multitalent Van Hunt wie schon beim Comeback-Album DO TO THE BEAST von 2014 zum Mikrofon, wie Greg begeistert berichtet: „Van ist die Geheimwaffe auf dem Album. Seine Performance auf ›Jyia‹ und ›Take You There‹ hat die Songs noch einmal in eine andere Richtung gedreht. Sie waren gut, aber Van hat aus ihnen phänomenale Tracks gemacht. Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig er für das Album war. Mark hat auch bei diesen Songs mitgesungen, aber du fühlst ihn mehr, als du ihn hörst.“ Spricht man Greg Dulli auf seine frühen Einflüsse an, kommt er bei einer Band besonders ins Schwärmen: „Die Leute verwundert es immer, aber bis heute liebe ich Lynyrd Skynyrd. Großartige Songs, fantastische Songwriter und grandiose Musiker, besonders Gitarrist Steve Gaines spielte so gut, wie ich es nie mehr gehört habe. Aber auch er starb mit Ronnie und Cassie in diesem Flugzeug. Eine großartige Rock’n’Roll-Band.“ Auch bei der Frage, mit wem er denn gerne in Zukunft einmal zusammenarbeiten wolle, muss er nicht lange überlegen: „Jimmy Page. Schon als Teenager wollte ich das und ich glaube, wenn ich es weiter sage, geht dieser Wunsch auch irgendwann in Erfüllung. Du musst große Träume haben.“ Im Herbst geht es auf Tour. „Es macht einfach so viel Spaß, wieder mit seinen Freunden unterwegs zu sein und all das, was man früher für selbstverständlich hielt – die Busfahrten, das Proben, jede Kleinigkeit – zu erleben. Ich komme jetzt auch zu jedem Soundcheck – was früher oft nicht der Fall war –, denn ich will nichts verpassen.“

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