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Sarah Jarosz: Auf Entdeckungsreise

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Sarah Jarosz: Auf Entdeckungsreise

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Ihre neue LP POLAROID LOVERS zeigt Sarah Jarosz an einem Wendepunkt. Seit sie ihr letztes Album WORLD ON THE GROUND eingespielt hat, ist die ursprünglich aus einer texanischen Kleinstadt stammende Singer/Songwriterin 30 geworden, hat ihre langjährige Wahlheimat New York in Richtung Nashville verlassen und ist seit Kurzem auch verheiratet. All diese Veränderungen – und ein damit einhergehendes Gefühl von mehr Stabilität in ihrem Leben – beflügelten die vierfache Grammy-Preisträgerin auch künstlerisch, oder wie sie selbst es ausdrückt: „Ich hatte dieses Mal das Gefühl, dass es keine Beschränkungen gab.“

Wenngleich Jarosz’ Stimme und ihr Instrument, die Oktavmandoline, dafür sorgen, dass ihre musikalische Identität intakt bleibt, gleicht POLAROID LOVERS nach sechs fabelhaften Alben, auf denen sie ihre Liebe zu handgemachtem Folk und Bluegrass ohne auf Trends zu schielen vertont hat, doch einer Entdeckungsreise, auf der sie ihr bisheriges Klangspektrum mit einem spürbar satteren Sound erweitert und sich gleich mit dem ersten Stück ›Jealous Moon‹ sogar auf ungewohntes Rock-Terrain vorwagt. „Ein wenig Angst gemacht hat mir das schon“, gesteht sie, „aber letztlich hat es mir auch gezeigt, dass ich an etwas Großem dran bin.“ In den Liedern sinniert Jarosz über verflossene Liebschaften, Kindheitsträume und die Orte, an denen sie gelebt hat. Sie selbst hat das Gefühl, dass sie durch die Arbeit an dieser Platte ein neues Kapitel aufgeschlagen hat. Die Nummer ›Columbus & 89th‹, gewissermaßen das Herzstück der Platte, thematisiert genau das. „Es ist fast so, als hätte ich den Übergang von der Jugend ins Erwachsensein erst verarbeitet, als ich diesen Song geschrieben habe“, sagt sie. „Deshalb war es auch eine sehr emotionale Angelegenheit, ihn aufzunehmen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich zuvor je in der Gesangskabine von meinen Gefühlen übermannt worden bin und den Tränen nah war. Das hat mir gezeigt, dass ich auf etwas gestoßen bin, was wirklich echt ist.“

Nachdem sie bei ihrem Allstar-Projekt I’m With Her an der Seite von Aoife O’Donovan und Sara Watkins Gefallen am gemeinsamen Schreiben der Lieder gefunden hatte, öffnet Jarosz sich nun erstmals auch bei einem Solowerk altgedienten Kollaborateuren wie Ruston Kelly, Natalie Hemby oder Daniel Tashian, der die neue LP auch co-produziert hat. „Mit 18 hatte ich das Gefühl, dass ich im Prozess einer Zusammenarbeit etwas zu verlieren hatte“, erinnert sie sich an ihre Karriereanfänge 2009. „Inzwischen weiß ich, dass sich ganz neue Horizonte eröffnen, wenn man nicht alles auf die Goldwaage legt.“ Die wichtigste Lektion war für sie, ihr Ego loszulassen. „Meine Lieblingsmusiker hören den Leuten um sie herum stets zu“, erklärt sie. „Es ist sehr leicht, sich auf seinen eigenen Part zu fokussieren, aber wenn ich mit John Leventhal, Chris Thile oder auch Daniel Tashian zusammenspiele, erinnern sie mich immer daran, hochzuschauen und hinzuhören. Es geht darum, gemeinsam mit den anderen im Moment präsent. zu sein.

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