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    Rückblende: Aerosmith – ›Dude (Looks Like A Lady)‹

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    Rückblende: Aerosmith – ›Dude (Looks Like A Lady)‹

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    Ein schmollendes Mitglied von Mötley Crüe, ein Songwriter für Bon Jovi, ein anzügliches Video – Joe Perry blickt zurück auf die Entstehungsgeschichte des Songs, der Aerosmith zurück in die Oberliga des Rock führte.

    Nach Jahrzehnten als Superstars kann man leicht mal darüber hinwegsehen, dass Aerosmith Anfang 1987 mit dem Rücken zur Wand standen. Zwar hatten sie die schlimmste Durststrecke ohne Joe Perry und Brad Whitford überstanden, doch DONE WITH MIRRORS von 1985, das nach deren Versöhnung mit Steven Tyler, Tom Hamilton und Joey Kramer als ihre triumphale Rückkehr geplant war, stieß auf wenig Gegenliebe – selbst seitens der Band. „DONE WITH MIRRORS war unsererseits nicht gerade ein Volltreffer“, sagt Perry mehr als 30 Jahre nach dessen Veröffentlichung. „Einige Leute mögen diese Platte und einige nicht. Mir gefällt sie nicht so gut.“

    Doch während das achte Album von Aero­smith von der Kritik verrissen wurde, brachte es sie dennoch auf den Weg zurück, der sie zu einer der größten Rockbands des Planeten machte – zum zweiten Mal. Erstens zeigten die Tourneen vor und nach dem Erscheinen Tyler und Perry, dass sie immer noch um den Globus reisen und spielen konnten, ohne sich gegenseitig zu zerfleischen. Außerdem lernten sie durch ihre Unzufriedenheit mit DONE WITH MIRRORS, dass sie ihr eigenes Regelwerk zerreißen mussten, wenn es an die Ar­­beit zum Nachfolger gehen würde. Das war dann PERMANENT VACATION von 1987, das ihre Karriere wiederbelebte und sich millionenfach verkaufte.

    „Bei PERMANENT VA­­CA­­TION wussten wir, dass wir besser werden mussten“, so Perry. „MTV war mittlerweile eine Macht, Videos waren wichtig und das ganze Geschäft war völlig anders geworden. Wir wussten, dass wir uns und unsere Ar­­beits­weise verändern mussten. Es war eine neue Ära. Also steckten wir alles, was wir hatten, in diese Platte und hörten nicht auf, an den Songs zu arbeiten, bis sie perfekt waren. Zum Glück wurde das Album zu einem Erfolg und zum Beginn einer ganz neuen Zeitrechnung für uns.“

    Dieser Erfolg wurde von der zweiten Single ›Dude (Looks Like A Lady)‹ entscheidend ge­­stärkt. Der Song selbst ist ein bombastisches Stück Pop-Rock-Perfektion und zeigt Aero­smith im Zenit ihrer comichaften Persönlichkeit, unterstrichen von einer knackigen Bläsersektion. Vom externen Songwriter Desmond Child feingeschliffen und überraschenderweise mit Elektronik angereichert, zeigte er in Reinkultur die neue, für alles offene Herangehensweise der Band.

    „Computer hielten damals erstmals Einzug“, sagt Perry über die Geburt des Tracks. „Synthesizer wurden immer mehr in der Musik verwendet und ir­­gendjemand brachte mal diesen Sampler mit. Das war noch sehr primitive Technik aus der Frühzeit. Wir sampelten einen Gitarrenakkord und spielten ein bisschen damit rum, daraus wurde dann der Basisrhythmus für ›Dude …‹. Und dann fing Steve an, den Text zu schreiben.

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