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The Jesus And Mary Chain – DAMAGE AND JOY

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jesus and mary chainStreitsüchtig wie eh und je: Die Gebrüder Reid machen wieder Radau.

Gegen Mitte der 80er Jahre waren The Jesus And Mary Chain eine wahr­­haft bahnbrechende, in ge­­wisser Weise sogar skandalträch­tige Band. Denn niemand hatte vorher derart intensive und exzessive Feed­back-Attacken aufs Ohr der werten Hörerschaft gewagt wie die schottischen Brüder Jim und William Reid. Frühe Shows vor überfordertem Pub­­likum endeten regelmäßig in Schlägereien, was kein PR-geschönter Mythos ist, sondern die reine Wahrheit. Die unglaubliche Radikalität ihrer lautstarken Fuzzpop-State­­ments kann heu­­te, in einem ganz anderen Zusammenhang und mit drei Dekaden Pophistorie dazwischen, naturgemäß nicht einfach zu neuem Leben er­­weckt werden oder so relevant wie damals sein. So gesehen ist das Comeback-Album der wieder vereinigten Reids, die bereits seit 2007 wieder live zusammen auf­­treten, gewiss nicht essentiell. The Jesus And Mary Chain wiederholen hier letztlich Dinge, die sie schon vor ihrer Trennung aussagten, ob nun 1987 auf DARKLANDS (›All Things Must Pass‹) oder 1994 auf STONED AND DETHRONED (›Song For A Secret‹). Auf hohem Niveau allerdings: So­­wohl die dissonanten Gitarren als auch die verächtlich ausgespuckten Texte zeigen die gleiche Ruppigkeit und die gleiche anarchische Lust auf Konfrontation, die letztlich immer schon den Kern dieser recht einzigartigen Band ausmachte. Das Rock’n’Roll-Herz der Schotten, es schlägt noch. Das alleine macht DAMAGE AND JOY zur willkommenen späten Addition ihrer Diskografie und zu einem der besseren Comeback-Alben.

7/10

The Jesus And Mary Chain
DAMAGE AND JOY
RYKODISC/WARNER

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