R.E.O. Speedwagon – CLASSIC YEARS 1978–1990

-

R.E.O. Speedwagon – CLASSIC YEARS 1978–1990

REO Speedwagon Classic Years

Erfolgszenit und Abstieg der US-Mainstream-Rock-Pioniere auf neun CDs.

Ab dem selbstbetitelten Debüt von 1971 surfte die Formation aus Champaign, Illinois, in diversen Beset­zungen mit sechs Studio­alben und einem Konzertmitschnitt durch den wandlungsfähigen Rock-Zeitgeist der 70er-Jahre. Auf CLASSIC YEARS 1978 – 1990 setzt sich die mit zahlreichen Bonustracks bestückte Werk­schau der seinerzeit von Frontmann Kevin Cronin und Sologitarrist Gary Richrath angeführten Truppe chronologisch fort. Mit dem ersten US-Doppel-Platin-Werk YOU CAN TUNE A PIANO BUT YOU CAN’T TUNE A FISH (1978) samt prophetisch betiteltem Radio-Dauerbrenner ›Roll With The Changes‹ kündigte sich eine Zei­tenwende an.

Der Nachfolger NINE LIVES (1979) sackte mit der nicht gecharteten Auskopplung ›Only The Strong Survive‹ in Sachen Ver­kaufs­zahlen wieder auf Gold-Status runter, doch noch hielt die Truppe die Balance zwischen Kommerz und Eigenwilligkeit. Danach gab es kein Halten mehr: Mit den heute zu Evergreens mutierten AOR-Hymnen ›Keep On Loving You‹, ›Take It On The Run‹ und ›Don’t Let Him Go‹ knackte HI INFIDELITY 1980 endlich den heiß ersehnten Jackpot: Nummer 1 in den US-Charts und zehnfaches Platin, aber dafür büßten sie bei den Fans der frühen Stunde so einiges an Glaubwürdigkeit ein. Sämtliche Demos zu HI INFIDELITY, Promo-Live-Takes sowie weitere Archivschätze rund um den Erfolgszenit finden sich hier ebenfalls. Mit GOOD TROUBLE (1982) sowie WHEELS ARE TURNIN’ (1984) samt der Nummer-1-Single ›Can’t Fight This Feeling‹ hielten R.E.O. Speedwagon zwar stilistisch die zunehmend seichtere Mainstream-Spur, aber jeweils nur Doppelplatin und Rang sieben in den Charts zählten nicht viel in der „Erfolg-um-jeden-Preis“-Mentalität der Amerikaner.

Auf immer rasanterer Talfahrt befand sich 1987 LIFE AS WE KNOW IT. Was zu Verwerfungen innerhalb der Band, letztendlich zu Personalwechseln führte: Gary Richrath strich ebenso die Segel wie Schlagzeuger Alan Gratzer. Mit den Neuzugängen Jesse Harms an den Keyboards, Gi­­tarrist Dave Amato und Drummer Bryan Hitt klangen R.E.O. Speedwagon allerdings wie ein müder Abklatsch.

7/10

R.E.O. Speedwagon
CLASSIC YEARS 1978–1990
CHERRY RED/ROUGH TRADE

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Rückblende: Wishbone Ash mit ›Blowin’ Free‹

Mit einem Riff, das beide Gitarristen für sich beanspruchten, das aber von einem Song von Steve Miller beeinflusst war,...

Die Geburt des Glamrock

Als die 60er in die 70er Jahre übergingen, wurde der Rock ein bisschen arg ernst und verlor seinen Glanz....

Pixies: DOGGEREL

Die einst bahnbrechenden Wegbereiter bestellen heute ihr Land – fair enough Die Pixies besitzen ihren Status als bejubelte Pioniere zu...

Sammy Hagar & The Circle: CRAZY TIMES

Vollgas in allen Gassen Drei Jahre nach ihrem Debüt SPACE BETWEEN (2019) starten Sammy Hagar & The Circle (hinter dem...

The Dead Daisies: RADIANCE

Klassische Rock’n’Roll-Gemeinschaft Das bereits sechste Album des australisch-amerikanischen Kollektivs um Gitarrist David Lowy in weniger als einer Dekade. Im Gegensatz...

Was machen eigentlich Grand Funk Railroad?

Poison, Autograph, Rob Zombie, Jackyll, Eric Church und viele andere haben den Grand-Funk-Railroad-Megahit und Trademarksong ›We’re An American Band‹...

Pflichtlektüre

Magnum – LOST ON THE ROAD TO ETERNITY 

Melodic Rock der Extraklasse. Ihre Wurzeln reichen bis ins Jahr...

The Last Vegas

Eins nach Sixx. Mit BAD DECISIONS in eine neu...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen