Review: Metallica – …AND JUSTICE FOR ALL

Metallica And Justice For All

Das Album nach Cliff Burton.

Es ist das erste Werk nach dem Un­­falltod von Bassist Cliff Burton und logischerweise das erste mit seinem Nachfolger Jason Newsted (ehemals Flotsam & Jetsam). Es ist aber auch das letzte Album mit Flemming Rasmussen, der die Band seit RIDE THE LIGHT­NING sicher begleitet hat und wiederum das erste Metallica-Album, dass die Top 10 erreichen sollte (und auf Rang 6 seinen Peak fand, mit in­­zwischen über acht Millionen verkauften Ein­hei­ten in den USA). Dazu gesellen sich zwei Gram­my-Nominierungen und ein Gewinn (für die Best Metal Performance 1988).

…AND JUSTICE FOR ALL ist Metallicas progressivste Platte mit irren Tempowechseln, unzähligen Riffs innerhalb seiner zumeist (überlangen) Songs und multiplen Parts. Zu seinen Stärken zählen die beiden ul­­traschnellen ›Blackened‹ und ›Dyers Eve‹, der fast zehnminütige Titeltrack, das noch längere (Fast)-Instrumental ›To Live Is To Die‹ (Burtons letzter Songwriting-Credit) und natürlich ›One‹. Das Album hat aber auch seine Schwächen: ›Harvester Of Sorrow‹ und ›The Frayed Ends Of Sanity‹ gehören ebenso dazu wie Lars Ulrichs ärgerlich dünner Drumsound, der fast nicht vorhandene Bass von Neuzugang Newsted, der entsprechend frustriert gewesen sein dürfte sowie die mechanistisch tönenden Gitarren.

…AND JUSTICE FOR ALL ist leider weder ein gleichwertiger Thronfolger für RIDE THE LIGHTNING noch ein MASTER OF PUPPETS geworden, macht die Band nach seinem Release und der US-Mons­ters Of Rock-Tour (mit den Headlinern Van Halen, den Scorpions sowie Dokken, Kingdom Come) aber dennoch zu Superstars, obgleich das Album zum Zeitpunkt der Tour noch nicht mal draußen ist und Hetfield und Ulrich am Abend der jeweiligen Shows ein Studio entern, um am Mix zu feilen. Es wird endlich Zeit, dass die Band mal einen Remix des Werkes an den Start bringt, denn das ist mit diesem erneuten Re-Release auf Vinyl wieder nicht geschehen.

7/10

Metallica
…AND JUSTICE FOR ALL
BLACKENED/UNIVERSAL