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    Review: Lou Reed – TRANSFORMER/BERLIN…

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    Review: Lou Reed – TRANSFORMER/BERLIN…

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    Lou Reed Transformer

    Erster Teil der noch von Lou Reed klangtechnisch aufbereiteten Vinyl-Werkschau.

    Als Hirn und Herz der exzentrisch kultigen New Yorker Gossenrock­poeten The Velvet Underground hinterließ Lou Reed vier wegweisende Studioalben. Wahrgenom­men hat die Restwelt das 2013 im Alter von 71 Jahren verstorbene Multitalent aber erst als So­­list. Sechs Alben bilden den Auftakt einer Rei­he, in deren Verlauf sämtliche Werke Reeds im 180- Gramm-Vinyl-Format und in originalen Artworks re-editiert werden.

    Als der Rock’n’Roll Kajal, Lip­penstift und Nagellack trug, gelang dem „Phan­tom Of Rock“, wie das Label RCA den Künstler vollmundig anpries, der Durchbruch im zweiten Anlauf: TRANSFORMER, kongenial co-produziert von David Bowie und Mick Ronson in London, blieb in Reeds umfangreichem Albumkanon stets sein bestverkauftes und zugänglichstes Werk: In der Hommage an Andy Warhols Factory und New York stecken die Klassiker ›Vicious‹, ›Andy’s Chest‹, ›Perfect Day‹, ›Satellite Of Love‹ sowie der herrrlich versponnene wie einzige Singlehit ›Walk On The Wild Side‹. Erfolg begegnete Reed stets mit Widerspruch: BERLIN, produziert von Bob Ezrin, erwies sich als soziopathische Rock-Oper um das in Drogen, Prostitution, Depres­sionen, häusliche Gewalt und Selbstmord involvierte Pärchen Jim und Caroline. Abermals ge­­langen mit ›Lady Day‹, ›How Do You Think It Feels‹, ›Oh, Jim‹ und ›Sad Song‹ schlicht grandiose Songvignetten.

    Mit einer erstklassig von den Gitarrenvirtuosen Steve Hunter und Dick Hunter angeführten Band nahm sich der Konzertmit­schnitt ROCK’N’ROLL ANIMAL (1974) Velvet-Underground-Klassiker vor: In voluminösen Hardrock-Arrangements wirkten ›Heroin‹, ›Sweet Jane‹, ›Rock’n’Roll‹ und ›White Light/White Heat‹ wie die heimtückischen Attacken eines Sadisten auf einen Sklaven in devoter Op­­ferrolle. Nach Reeds unverkäuflichem Feedback-Experiment METAL MACHINE MUSIC verlangte RCA ein weiteres Hit-Album. CONEY ISLAND BABY (1976) blieb zwar hinter den Erwartungen zurück, erwies sich aber mit den famosen Tracks ›Kicks‹, ›Nobody’s Business‹, ›Charley’s Girl‹ und ›She’s My Best Friend‹ als ungewohnt romantisch. Lebte Onkel Lou doch seinerzeit mit Rachel, einem Transsexuellen, ein wildes Leben im Herzen von Manhattan.

    Konzertmitschnitte aus München, Wiesbaden und Ludwigshafen bildeten mit weiteren Studioaufnahmen aus New York das Fundament für das in Binaural Recording Technology entstandene STREET HASSLE (1978): ›Dirt‹, ›Leave Me Alone‹, ›I Wanna Be Black‹ und die Titelsong-Suite gaben kreatives Vollgas. Nach einem Ausflug zu Arista kehrte Reed 1982 mit THE BLUE MASK zu RCA zurück: ein ambivalentes Werk mit Robert Quines dröhnender Gitarre und Signifikantem wie ›Under­neath The Bottle‹, ›The Gun‹ und ›The Day John Kennedy Died‹.

    TRANSFORMER: 10/10
    BERLIN: 10/10
    ROCK’N’ROLL ANIMAL: 10/10
    CONEY ISLAND BABY: 9/10
    STREET HASSLE: 8/10
    THE BLUE MASK: 6/10

    RCA/SONY

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